Piraten auf dem Weg Richtung Bundestag "Erforschung von Zeitreisen": Abgelehnt

Eine Antwort auf die inzwischen sprichwörtlich gewordene Frage "Wie stehen Sie zur Euro-Krise" können die Piraten nach Bochum immer noch nicht beantworten. Das wissen sie auch. Doch das ist eigentlich nicht das Schlimmste. Denn ein paar Lücken im Programm kann die Partei aushalten. Sie wurde schließlich noch nie für ihre differenzierte Meinung zum Nahostkonflikt gewählt. Das Schlimmste wäre, wenn ihnen diese gewisse Leichtigkeit abhanden käme, die sie von anderen Parteien unterscheidet. Die Lust, der Witz und die Unmittelbarkeit, mit denen sie Politik machten.

"Erforschung von Zeitreisen": Abgelehnt

In Bochum wird es so gesehen nur für einen kurzen Moment sehr piratig: Als die Partei über den Antrag "Die Partei spricht sich für eine intensive Erforschung von Zeitreisen aus" debattiert. Der wurde spontan auf die Tagesordnung gewuppt, als es gerade sehr zäh war. Mit Zeitreisen könnte man, so argumentiert der Antragsteller "verkackte Parteitage" retten.

Das Gelächter der Piraten klingt erleichtert, der Applaus ist so heftig wie das ganze Wochenende nicht. Dann darf auch ein Bauchredner eine gelbe Handpuppe am Mikro sprechen lassen. Ein sichtlich nach 1990 geborener Pirat warnt, dass man über die Gefahren von Zeitreisen doch spätestens seit Harry Potter Bescheid wisse. Wieder Gelächter.

Erwartungsgemäß wird der Antrag abgelehnt, er war mehr eine kleine Lockerungsübung, eine Vergewisserung, dass die Piraten immer noch die Piraten sind. "Die Piraten lehnen den Zeitreiseantrag ab und hinten im Publikum lösen sich kichernd zwei Gestalten in nichts auf", schreibt einer auf Twitter. Da sind die anderen im Raum schon längst wieder beschäftigt. Mit Realpolitik.

Bundesparteitag der Piraten in Bochum

Laptops, Stimmzettel und Strickzeug