Philippinen Philippinische Polizei tötet 756 mutmaßliche Drogenkriminelle

Sie seien "abnormale Menschen" - das sagt Polizeichef Ronald Dela Rosa über 756 Getötete, die Drogendelikten verdächtig waren.

(Foto: AP)

Seitdem Präsident Duterte den "Krieg gegen die Drogen" ausgerufen hat, werden systematisch Verdächtige erschossen. Der Polizeichef rechtfertigt das.

Der Polizeichef der Philippinen hat das harte Vorgehen der Regierung gegen Drogenkriminelle verteidigt. Wie General Ronald Dela Rosa am Dienstag in einer Anhörung vor dem philippinischen Senat aussagte, tötete die Polizei vom 1. Juli bis zum 22. August 756 Verdächtige.

Diese hätten sich der Festnahme widersetzt. "Wenn sie das nicht getan hätten, wären sie noch am Leben", sagte er. Die Getöteten hätten wohl unter dem Einfluss von Drogen gestanden. "Wir kämpfen gegen abnormale Menschen."

Zudem untersuche die Polizei 1160 Tötungen, bei denen die Täter Dela Rosa zufolge nicht bekannt sind. Darunter seien 273 mutmaßliche Drogenabhängige oder Händler. Einige von ihnen seien gefesselt und mit Schildern aufgefunden worden, die ihre angebliche Verwicklung in den Drogenhandel beschreiben. In 757 Fällen ermittle die Polizei noch, ob eine mögliche Verbindung bestehe, so Dela Rosa.

In den vergangenen sieben Wochen seien Fortschritte im Kampf gegen die Drogen erzielt worden, so Dela Rosa weiter. Insgesamt 670 000 Drogenkonsumenten und Händler hatten sich ergeben, knapp 12 000 Verdächtige wurden festgenommen.

Auf den Philippinen jagen Killerkommandos Drogendealer

"Tötet sie alle und beendet das Problem": Der neue Präsident der Philippinen führt den Anti-Drogen-Kampf mit fragwürdiger Härte. Juristen warnen vor ungezügelter Selbstjustiz. Von Arne Perras mehr ...

Menschenrechtsgruppen verurteilten die hohe Zahl an Opfern und forderten ein Ende der Drogenpolitik, die Präsident Rodrigo Duterte seit seinem Amtsantritt Ende Juni verfolgt. Dieser hatte bereits im Wahlkampf zur Gewalt gegen Drogenkriminelle aufgerufen: "Tötet sie alle und beendet das Problem."