Pflege-Roboter Unermüdlich

Jeder vierte Deutsche kann sich vorstellen, einmal von einem Roboter gepflegt zu werden. Anders sieht es bei den Über-70-Jährigen aus.

Von Kim Björn Becker

Der Altenpfleger der Zukunft hat zwei gepolsterte Arme, mehr Kraft als alle anderen und macht nur Feierabend, wenn er zum Aufladen an die Steckdose muss: In Japan werden immer mehr Roboter zur Pflege von Alten und Kranken eingesetzt, sie übernehmen dort zumeist Aufgaben, die einem menschlichen Pfleger schnell Rückenschmerzen bereiten würden. Nun ist nicht erst seit dem Film "Lost in Translation" bekannt, dass die japanische Kultur sich von der deutschen bisweilen deutlich unterscheidet. Umso mehr verwundert es, dass die Deutschen einer Technisierung der Pflege nach japanischem Vorbild gar nicht so kritisch gegenüberstehen wie es oft den Anschein hat: Jeder vierte Deutsche kann sich vorstellen, einmal von einem Roboter gepflegt zu werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Bundesforschungsministeriums, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Je jünger die Befragten waren, desto eher können sie sich mit dem Gedanken anfreunden: Jeder dritte Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren hätte nichts dagegen, in ferner Zukunft einmal von einer Maschine aus dem Bett in den Rollstuhl gehievt zu werden. Und bei den Über-70-Jährigen ist immerhin jeder Fünfte der Vorstellung nicht abgeneigt.