Pflegereform:Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Die Pflegereform könnte die Situation vieler Pflegefälle verbessern. Doch eines der größten Probleme der Branche wird durch die geplante Gesetzesänderung nicht gelöst.

Von Kim Björn Becker

Ja, die Pflegereform, die Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe angestoßen hat, ist ein richtiger Schritt. Sie soll den immer wieder kritisierten Missstand beseitigen, dass Demenzerkrankungen bei der Bemessung des Hilfebedarfs weniger zählen als körperliche Gebrechen.

Zwar hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren schon gegengesteuert, doch von einer tatsächlichen Gleichbehandlung konnte bislang kaum die Rede sein. Die Angehörigen von Demenzpatienten haben sich aus guten Gründen diskriminiert gefühlt. Das ist nun hoffentlich bald vorbei.

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Es fehlt an Pflegekräften

Doch allzu viel sollte man vom neuen Pflegegesetz nicht erwarten. Eines der drängendsten Probleme der Branche ist der teils gravierende Personalmangel in Pflegeheimen. Dagegen vermag es nicht viel auszurichten. Ein gesetzlicher Anspruch taugt schließlich nur dann etwas, wenn man ihn auch durchsetzen kann - ohne mehr Pfleger wird das schwierig.

Vor allem aber setzt das Gesetz Heimbetreibern nicht genug Anreize, Qualität zu bieten. Ob sich ein Haus liebevoll um seine Bewohner kümmert oder ihr Leben bloß verwaltet, spielt keine Rolle. In beiden Fällen gibt es von der Pflegekasse das gleiche Geld.

Es wäre gut, wenn diesem Schritt in die richtige Richtung noch etliche weitere folgen würden. Das gilt umso mehr, als die Kranken im Land praktisch keine Lobby haben.

© SZ vom 12.08.2015 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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