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Petersberger Klimadialog:Merkel begrüßt ehrgeizigeres EU-Klimaschutzziel

Klimaschutz: Angela Merkel auf einer Pressekonferenz zum Klimakabinett

Will beim Klimaschutz nicht nachlassen: Kanzlerin Angela Merkel (Archivbild)

(Foto: dpa)

Die Bundeskanzlerin stellt sich auf dem Petersberger Klimadialog hinter die Pläne der EU-Kommission, den Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 55 Prozent zu verringern.

Kanzlerin Angela Merkel befürwortet eine deutliche Anhebung des EU-Klimaschutzziels für das Jahr 2030. Sie begrüße Vorschläge der EU-Kommission, eine Treibhausgas-Minderung von 50 bis 55 Prozent anzustreben im Vergleich zu 1990, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag beim Petersberger Klimadialog. Derzeit gilt ein Ziel von 40 Prozent. Umweltschützer hatten zuvor von Merkel ein "klares Bekenntnis" zu einer schnellen und deutlichen Anhebung des EU-Klimaschutzziels für das Jahr 2030 gefordert.

Die Ansprache der deutschen Regierungschefin war schwer zu verstehen, es gab Probleme bei der Tonübertragung. Was deutlich wurde: Merkel bekannte sich zu den Klimazielen von Paris. Sie sprach davon, in Deutschland aber auch international den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Es brauche weltweit Langfriststrategien, sagte sie. "Jeder in der Weltgemeinschaft müsse seinen Beitrag leisten." Die Kanzlerin rief dazu auf, die Klimakrise global und gemeinsam anzugehen. Man dürfte "nicht nur national denken", sondern müsse auch internationale Verpflichtungen voranbringen.

Die Kanzlerin ging auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Klimaschutz ein. "Es wird eine schwierige Verteilungsdiskussion geben", sagte Merkel. Man müsse aber dennoch "immer den Klimaschutz fest im Blick haben", wenn es um Investitionsprogramme geht.

Die Bundeskanzlerin hob auch den Schutz der Artenvielfalt hervor und verband das Thema mit der Corona-Pandemie. Mehr als die Hälfte aller Infektionskrankheiten der letzten Jahre seien zurückzuführen auf die "verstärkte Nutzung bis dahin geschützter Lebensräume".

UN-Generalsekretär António Guterres warnte davor, den Klimaschutz wegen der Pandemie aufzuschieben. Die höchsten Kosten entstünden durch Nichtstun, sagte er. Ein Neustart hingegen, könne zu einer gesünderen Welt für alle führen.

Die zweitägige Konferenz hatte sich mit der Frage befasst, wie der Kampf gegen die Erderwärmung in Zeiten der Corona-Pandemie fortgesetzt und verstärkt werden kann. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Laut einem Bericht UN-Weltwetterorganisation wies das Jahr 2019 die bislang zweithöchste erfasste durchschnittliche Temperatur auf: Sie habe um 1,1 Grad Celsius über den geschätzten vorindustriellen Werten gelegen.

© SZ.de/dpa/odg/epd/bepe/thba

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