PeruUntersuchung von Missbrauch

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In Peru haben der maltesische Erzbischof Charles Scicluna und der spanische Geistliche Jordi Bertomeu mit einer neuen Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe gegen die Laienbewegung "Sodalitium Christianae Vitae" begonnen. Wie die Zeitung El Comercio berichtet, sollen die von Papst Franziskus entsandten kirchlichen Ermittler diese Woche erste Gespräche führen. Beide bringen einschlägige Erfahrung mit, unter anderem aus Chile, und sind Mitglieder der Vatikanbehörde für die Glaubenslehre. Die Peruanische Bischofskonferenz begrüßte die Sondermission des Heiligen Stuhls. Es gehe darum, Betroffene im Fall "Sodalicio" anzuhören und einen Bericht vorzulegen. "Ich halte es für äußerst wichtig, dass diese Angelegenheit gründlich untersucht wird", betonte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte. Er wird an diesem Mittwoch in der Nuntiatur mit den Gesandten des Papstes zusammentreffen. Das "Sodalitium Christianae Vitae" (Gemeinschaft christlichen Lebens), in Lateinamerika "Sodalicio" genannt, wurde 1971 in Lima gegründet. Binnen weniger Jahre erlangte die Laiengruppe als Gegenbewegung zur linkslastigen Theologie der Befreiung großen Einfluss in der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. erkannte "Sodalicio" 1997 offiziell an. Im Vatikan stand die Bewegung damals hoch im Kurs: Sie füllte Priesterseminare und Ordenshäuser mit jungen Leuten, während die Seminare der traditionellen Ordensgemeinschaften leerer wurden. Andeutungen, dass es dabei zu Misshandlungen gekommen sei, verfolgten örtliche Kirchenobere lange nicht. Eine unabhängige Untersuchungskommission bestätigte später weitgehend belastende Zeugenaussagen, die Journalisten gesammelt hatten. Die Veröffentlichung 2015 durch Pedro Salinas und Paola Ugaz machte international Schlagzeilen. In ihrem Buch "Mitad monjes, mitad soldados" (Halb Mönche, halb Soldaten) berichteten Opfer von psychischem und sexuellem Missbrauch von 1975 bis 2002. Es begann ein komplizierter Aufklärungsprozess auf verschiedenen Ebenen. Nach bisherigen Erkenntnissen gilt als bestätigt, dass mindestens vier Führungspersönlichkeiten der Bewegung, darunter Gründer Luis Fernando Figari, für sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige und Erwachsene verantwortlich sind. Nach Intervention des Vatikan wurde Figari 2017 untersagt, in irgendeiner Form Kontakt zu Sodalicio-Mitgliedern aufzunehmen.

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