Peru:Führer einer der blutigsten Guerillagruppen ist tot

Lesezeit: 1 min

Peruanischer Guerilla-Anführer Guzmán im Gefängnis gestorben

Er rief den "Volkskrieg" aus: Abimael Guzmán, hier nach seiner Verhaftung 1992, ließ den kommunistisch-maoistischen Leuchtenden Pfad mit größter Grausamkeit vorgehen.

(Foto: Str/AP/dpa)

Abimael Guzmán gründete den "Leuchtenden Pfad" in Peru, dem Zehntausende zum Opfer fielen.

Abimael Guzmán, der Gründer der maoistischen peruanischen Guerillagruppe Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) ist tot. Er starb mit 86 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis des Marinestützpunktes Callao, teilte die Gefängnisverwaltung am Samstag mit. Perus Präsident Pedro Castillo twitterte: "Der Terroristenführer Abimael Guzmán, der für den Verlust unzähliger Leben unserer Landsleute verantwortlich ist, ist tot."

Bei den teils bürgerkriegsartigen Kämpfen des Leuchtenden Pfads mit Armee und Sicherheitskräften kamen in Peru zwischen 1980 und 2000 nach Schätzungen an die 70 000 Menschen ums Leben. Die Toten werden zum großen Teil den Rebellen angelastet, die mit besonderer Brutalität vorgingen, Macheten und Sprengstoff waren ihre bevorzugten Waffen. Sehr viele ihrer Opfer in den ländlichen Regionen waren Indigene, auch gegen evangelikale Christen begingen sie Anschläge. In Perus Städten verübte der Sendero Luminoso schwere Bombenanschläge. Anfang der 1990er-Jahre war der Leuchtende Pfad in der Hälfte des peruanischen Staatsgebietes aktiv.

Peruanischer Guerilla-Anführer Guzmán im Gefängnis gestorben

Abimael Guzmán 2004 zu Beginn seines Zivilprozesses auf dem Marinestützpunkt Callao.

(Foto: Martin Mejia/dpa)

Der 1934 geborene Guzmán wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf und wurde Philosophie-Professor in Ayacucho. Bei einer China-Reise 1965 nahm er die Ideen des Kommunistenführers Mao auf, 1969 gründete er den Sendero Luminoso. Zehn Jahre später verkündete Guzmán den "Volkskrieg" gegen die Führungsklasse Perus, er ging in den Untergrund. Die Rebellen verübten immer wieder Massaker, die Guzmán teils selbst anordnete. So ließ er 1984 die Einwohner eines Andendorfs dafür "bestrafen", dass sie den Rebellen nicht helfen wollten, 117 Menschen wurden getötet. Im Jahr zuvor brachten die Rebellen in der Gegend von Santiago de Lucanamarca 69 Bauern mit Äxten, Macheten und Gewehren um, ein Racheakt für die Tötung eines ihrer Kommandanten. 1992 wurde Guzmán verhaftet und als Terrorist zu lebenslanger Haft verurteilt. Bei der Zerschlagung des Leuchtenden Pfads gingen die Truppen der Regierung des damaligen Präsidenten Alberto Fujimori ebenfalls äußerst brutal vor.

Verbliebene Anhänger des Leuchtenden Pfads sind heute in der sogenannten VRAEM-Region Perus im Drogenhandel aktiv. Dort wurden beispielsweise 2015 von der Armee 39 Menschen befreit, die allermeisten Kinder, die wie Sklaven in einem Produktionslager der Ex-Rebellen arbeiten mussten.

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