SüdamerikaPeruaner wählen neuen Präsidenten – Stichwahl erwartet

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Keiko Fujimori, Parteivorsitzende der konservativen Partei Fuerza Popular, gehört zu den Favoritinnen für das Präsidentenamt.
Keiko Fujimori, Parteivorsitzende der konservativen Partei Fuerza Popular, gehört zu den Favoritinnen für das Präsidentenamt. Raul Sifuentes/Getty Images
  • In Peru haben am Sonntag rund 27 Millionen Menschen einen neuen Präsidenten und den Kongress gewählt, wobei 35 Kandidaten zur Auswahl standen.
  • Eine Stichwahl am 7. Juni gilt als wahrscheinlich, da voraussichtlich keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent erreicht.
  • Hauptwahlkampfthema war die steigende Kriminalität, da sich die Mordrate seit 2019 verdoppelt hat und Peru politisch äußerst instabil ist.
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Die politische Lage in dem Andenstaat gilt als äußerst instabil. 35 Präsidentschaftskandidaten und -kandidatinnen stehen zur Wahl.  Eine Stichwahl im Juni gilt als wahrscheinlich.

Inmitten einer tiefen politischen Krise hat in Peru die Präsidentenwahl begonnen. Rund 27 Millionen Menschen sind aufgerufen, am Sonntag einen neuen Präsidenten sowie den Kongress zu wählen. Da unter den 35 Präsidentschaftskandidaten voraussichtlich keiner die für einen Sieg erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent erreichen wird, gilt eine Stichwahl am 7. Juni als wahrscheinlich. Erste Ergebnisse der Abstimmung werden kurz nach ⁠Schließung der Wahllokale am späten 17.00 Uhr Ortszeit (24.00 Uhr MESZ) erwartet.

Bei der Abstimmung werden in dem südamerikanischen Land neben dem höchsten Staatsamt auch die 60 Sitze im Senat und die 130 Sitze in der Abgeordnetenkammer neu besetzt. Nach einer Wahlrechtsreform zur Einführung eines Zweikammernsystems wird erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Senat gewählt.

Wichtigstes Wahkampfthema: Steigende Kriminalität

Zu den Favoriten bei der Präsidentenwahl gehört Keiko Fujimori. Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori tritt für die konservative Partei Fuerza Popular an und bewirbt sich bereits zum vierten Mal um das höchste Staatsamt. Gute Chancen werden auch dem ultrakonservativen Ex-Bürgermeister der Hauptstadt Lima, Rafael López Aliaga, und dem Komiker Carlos Álvarez eingeräumt.

Das wichtigste Thema im Wahlkampf war die zunehmende Kriminalität. So hat sich die Mordrate in dem südamerikanischen Land seit 2019 verdoppelt. Auch Schutzgelderpressung und Bandenkriminalität haben deutlich zugenommen.

Die politische Lage in Peru ist äußert instabil und von einem ständigen Konflikt zwischen dem Parlament und der Regierung geprägt. Der derzeit amtierende Präsident José María Balcázar hat die Amtsgeschäfte erst Mitte Februar übernommen und ist bereits der achte Staatschef in knapp zehn Jahren. Der letzte peruanische Präsident, der seine fünfjährige Amtszeit beendet hat, war Ollanta Humala, der von 2011 bis 2016 regierte.

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:Ein Land zerlegt sich selbst

Wenn am Sonntag gewählt wird, geht es vor allem darum, ob Peru dann komplett in die Hände der Mafia fällt. Im Kongress in Lima sitzen schon jetzt viele, die weniger an das Wohl des Landes denken als an ihr eigenes. Über einen Staat, der von innen zerbröselt.

SZ PlusVon Jan Heidtmann

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