Peru Ex-Präsident entzieht sich Verhaftung durch Suizid

Alán García, Ex-Präsident Perus, hat sich am Mittwoch selbst getötet.

(Foto: AFP)
  • Der ehemalige peruanische Präsident Alan García ist an den Folgen eines Suizidversuchs gestorben.
  • Am Morgen hatte sich García in den Kopf geschossen, als ihn die Polizei zu Hause festnehmen wollte.
  • Gegen García läuft ein Ermittlungsverfahren, es geht um Bestechung im Rahmen des Odebrecht-Skandals, der ganz Lateinamerika erschütterte.
Von Benedikt Peters

Perus Ex-Präsident Alan García hat sich getötet, um einer Verhaftung zu entgehen. Am Mittwochmorgen wollten ihn Polizisten wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft nehmen. Daraufhin schoss er sich in den Kopf und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Einem Bericht der Zeitung El Comercio zufolge klingelten die Einsatzkräfte gegen 6:25 Uhr an Garcías Wohnung in Lima im noblen Stadtteil Miraflores und forderten ihn auf, herunterzukommen, da gegen ihn ein Haftbefehl vorliege. García habe daraufhin seine Anwälte angerufen, danach sei ein Schuss zu hören gewesen.

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Sein Anwalt Genaro Velez bestätigte zunächst, dass sein Mandant wegen einer Verletzung im Krankenhaus liege, berichtet die Zeitung. Später äußerte sich eine weitere Anwältin des Präsidenten. Erasmo Reyna sagte, García habe sich in den Kopf geschossen, sein Zustand sei kritisch. Der Ex-Präsident wurde in das Casimiro-Ulloa-Krankenhaus in Lima eingeliefert, wo er trotz einer Notoperation seinen Verletzungen erlag. Er habe drei Herz- und Atemstillstände erlitten, teilte der Direktor des Krankenhauses mit.

Der Odebrecht-Skandal hat Lateinamerika erschüttert

Alan García war Präsident von 1985 bis 1990 und mit 36 Jahren bei Amtsantritt der damals jüngste Staatschef Lateinamerikas. Ein zweites Mal regierte er von 2006 bis 2011. Dem 69-Jährigen wird Korruption vorgeworfen, gegen ihn läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren. Es geht um Bestechung bei einem Zugbauprojekt, in das der brasilianische Konzern Odebrecht verwickelt war. In den vergangenen Jahren erschütterte der Skandal um den Baukonzern ganz Lateinamerika, gegen Dutzende hochrangige Politiker liefen Bestechungsverfahren an. Allein in Peru werden mehrere Ex-Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten beschuldigt, in den Skandal verwickelt zu sein. Der ehemalige Staatschef Pedro Pablo Kuczynski etwa musste im März vergangenen Jahres zurücktreten.

Die Polizei rückte am Mittwoch nicht nur García zu Leibe, sondern auch Luis Nava, der ihm zu dessen Präsidentenzeiten als Generalsekretär diente. Nava wurde festgenommen, ebenso wie Miguel Atala, der ehemalige Vizepräsident des Ölkonzerns Petroperú.

Anmerkung der Redaktion

Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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