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Parteitag in Rostock: FDP lehnt Frauenquote ab:Altbacken wie ein Herrenabend in den 50er Jahren

Seit Jahren versuchen einige wenige in der Partei, den Frauenanteil der Partei zu erhöhen, mehr Frauen in Verantwortung zu bringen. Bisher sind alle Versuche gescheitert. Das liegt nicht an den Frauen. Die sind da und bereit.

FDP-Bundesparteitag

Lediglich unter den Stellvertretern von Parteichef Philipp Rösler sind mehrere Frauen vertreten: Birgit Homburger (2.v.l.) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (2.v.r.). Ganz außen sitzt HolgerZastrow.

(Foto: dpa)

Das liegt an Netzwerken wie dem männerdominierten Schaumburger Kreis. Im Handstreich hat dieser Kreis vergangenen Dienstag die Fraktionsspitze übernommen. Hinzu kam, dass den Strategen der Regionalproporz und persönliche Abrechnungen wichtiger waren, als die Frage, ob in einem Fraktionsvorstand Frauen vertreten sein sollten.

Gerade zwei Frauen sind nach dem Machtgemetzel übriggeblieben. Zwei von elf. Und eine von den beiden Frauen ist, wie kann es anders sein - bei den Schaumburgern.

Die gespielte Überraschung, die manche Fraktionsmänner danach auflegten, sah aus, als dächten sie: "Geht zurück an den Herd, Mädchen!" In diese Partei einzutreten, kann nur Frauen empfohlen werden, die Lust haben, ständig übergangen, ausgebremst und hintergangen zu werden.

Die FDP ist in der Frage so altbacken wie ein Herrenabend in den 50er Jahren. Die Gesellschaft ist längst weiter. Wenn diese Partei meint, liberal sei, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Hauptsache am Ende gewinnen die Männer, dann braucht diese Partei kein Mensch.

© sueddeutsche.de/mati
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