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Parteien nach der Berlin-Wahl:SPD: Wowereit und seine Ambitionen

Gemessen am Ergebnis 2006 ist eigentlich klar: Die SPD hat in Berlin ihr Wahlziel 30 plus x verfehlt. Mit minus 2,5 Prozentpunkten landet sie bei 28,3 Prozent. Aber was macht das schon? Zwar ist die rot-rote Koalition passé, aber abgewählt wurde nur der ganz rote Teil. Klaus Wowereit kann entspannt weitermachen. Die Grünen haben ihren zwischenzeitlichen Höhenflug leicht lädiert überstanden. Das macht sie gefügiger. Wowereit könnte auch mit der CDU regieren - und so beide Aspiranten schön gegeneinander ausspielen.

Abgeordnetenhauswahl Berlin

Klaus Wowereit bleibt Regierender Bürgermeister in Berlin - und könnte als erfolgreicher Wahlkämpfer immer wieder als möglicher Kanzlerkandidat der SPD genannt werden.

(Foto: dpa)

Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus: Die Grünen lagen zum Teil bei mehr als 30 Prozent, Wowereits SPD knapp dahinter.

Und jetzt? Der weiterregierende Bürgermeister hat die Ambitionen seiner grünen Herausfordererin Renate Künast einfach ausgesessen. Klar, dass da viele Wowereit für den natürlichen nächsten Kanzlerkandidaten der SPD halten. Wowereit gewinnt Wahlen. Das ist etwas, was Steinmeier, Steinbrück und Gabriel allesamt noch nicht geschafft haben.

Darum wird in der SPD-Spitze der am Ende doch souveräne Sieg Wowereits mit gemischten Gefühlen gesehen. Einerseits belegt er, dass die Sozialdemokraten wieder ganz vorne landen können. Andererseits könnte Wowereit die Kanzlerkandidaten-Debatte mit seiner Person zu bereichern versuchen.

Wowereit ist eher links zu verorten, die anderen drei eher rechts. Es dürfte also ein schönes Hickhack geben, sollte Wowereit Ansprüche anmelden. Noch gilt das als sehr unwahrscheinlich. Aber was manchmal möglich ist, hat die jüngste Parteigeschichte der SPD mehrfach eindrucksvoll bewiesen.

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