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Parteien nach der Berlin-Wahl:Sag mir, wo die Gewinner sind

Aus, aus, aus! Das Superwahljahr 2011 ist mit der Berlin-Wahl gelaufen, doch die Folgen wird der Polit-Betrieb in der Hauptstadt noch lange spüren. Die FDP sinkt noch tiefer ins Elend und könnte der Union so die Machtoption rauben. Die Grünen wurden in Berlin auf den Boden geholt, während sich die SPD mal wieder über einen Wahlsieg freut, der eigentlich keiner ist.

Thorsten Denkler, Berlin

Sieben Länderparlamente wurden 2011 neu gewählt und die Wähler haben die politische Landschaft in Deutschland durchgewirbelt. Erstmals wurde mit Winfried Kretschmann ein Grüner Ministerpräsident, die SPD konnte Wahlen gewinnen, ohne wirklich zuzulegen und der FDP gelang es, jedes Mal noch desaströser abzuschneiden. sueddeutsche.de zieht nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl Bilanz.

Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus: Wahlparty CDU

Er hat ein respektables Ergebnis erzielt: Frank Henkel, der Spitzenkandidat der Berliner CDU.

(Foto: dapd)

CDU: Voller Sorge um den Partner

Was kann schon rauskommen, wenn der Kandidat eher blass, die Partei zerstritten, der Bundestrend negativ ist? Eigentlich ein dickes Minus vor der Prozentzahl. Frank Henkel, der Spitzenkandidat der CDU in Berlin, aber hat es geschafft, seine schon vom Untergang bedrohte Partei zu stabilisieren und gegenüber der SPD sogar etwas an Boden gutzumachen. Auf 23,4 Prozent kommt sie in Berlin. Das sind 2,1 Prozentpunkte mehr als 2006. Sie gewinnt mehr dazu, als die FDP noch an Wähleranteil für sich verbuchen kann.

Nur: Profitieren wird die Kanzlerin und CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel davon nicht. Noch immer ist die Berliner CDU weit von Ergebnissen entfernt, die es ihr ermöglichen würde, den Regierungschef zu stellen. Mit Blick auf die bundesweiten Umfragewerte geht es Merkel nicht anders.

Dabei hat die CDU im Grunde wenig Grund zu jammern. In Umfragen liegt sie seit der Wahl 2009 stabil zwischen 30 und 35 Prozent. Darunter ist sie nie gerutscht - trotz innerparteilicher Querelen um den Konservatismus-Begriff und den Wert der Bürgerlichkeit.

Allerdings ist es auch nie mehr geworden. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil sich der strategisch wichtigste Partner, die FDP, gerade selbst pulverisiert. Andere Optionen jenseits der großen Koalition erscheinen von Tag zu Tag weniger möglich. Diejenigen, die in der CDU von schwarz-grünen Bündnissen träumen, sind an wenigen Händen abzuzählen. Bei den Grünen sieht es ähnlich aus. Wenn sich die FDP nicht berappelt, steuert die CDU sehenden Auges der Opposition im Bund entgegen. Und kann nichts dagegen tun.

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