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Parteien - Hannover:SPD-Landesvize: Kandidatensuche für Bundesvorsitz riskant

Hannover (dpa/lni) - Der niedersächsische SPD-Landesvize Ulrich Watermann sieht das lange Bewerbungsverfahren für den Parteivorsitz mit Skepsis. "Das Verfahren in sich birgt Risiken. Es hat viele Stärken, aber man merkt, dass eine so lange Phase, noch dazu in der Sommerpause, für die Medien gut und für die Politiker schlecht ist", sagte Watermann der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Auch der Fokus auf Doppelbewerbungen habe die Kandidatensuche eingeschränkt. "Das hätte man offener lassen müssen", sagte er. "Das hat viele in Schwierigkeiten gebracht, sich zu positionieren: Gehe ich auf so einen Feuerstuhl und finde ich dann noch jemanden, der mitmacht?"

Am Samstag tritt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nach einer Sitzung des SPD-Landesvorstands gemeinsam mit Innenminister Boris Pistorius vor die Presse. Pistorius bewirbt sich gemeinsam mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping um den Bundesvorsitz. Wochenlang war auch über eine Bewerbung Weils spekuliert worden.

Der SPD-Vorsitz ist seit dem Rücktritt von Andrea Nahles im Juni vakant. Bewerbungen sind noch bis 1. September möglich. Faktisch bestimmt werden soll die Spitze in einer Mitgliederbefragung auf Basis von 23 Regionalkonferenzen. Formell abgeschlossen wird das Verfahren erst Anfang Dezember mit einem Parteitag in Berlin.