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Parteien - Berlin:Pazderski: Höcke muss "Tür nach ganz rechts außen" zumachen

Berlin (dpa) - AfD-Vize Georg Pazderski hat den Wortführer des rechtsnationalen "Flügels", den Thüringer Landesparteichef Björn Höcke, erneut zu einer klaren Abgrenzung nach rechts aufgefordert. "Ich habe immer wieder gesagt, dass der "Flügel" durchaus eine wichtige Rolle spielen kann, wenn er die Tür nach ganz rechts außen zumacht", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende am Montag im "Morgenmagazin" der ARD. "Das erwarte ich von ihm und das erwarte ich auch von Björn Höcke, dass er hier ganz klare Worte findet."

Pazderski verwahrte sich gegen den Eindruck, dass die rechtsnationale Gruppierung ihre Position innerhalb der AfD ausbaue. "Der "Flügel" ist lautstark, der "Flügel" hat sicher auch Vertreter in den Ländern, und er versucht, seine Position durchzusetzen. Aber letzten Endes ist es so, dass sich die Vernunft durchsetzt", sagte er. Auch beim "Flügel" habe es harsche Kritik an Höckes Auftritt beim "Kyffhäusertreffen" gegeben. Danach sei der Thüringer AfD-Landeschef zurückgerudert. "Es zeigt, dass er lernfähig ist und vor allem auch etwas verändern möchte."

Höcke hatte den AfD-Bundesvorstand auf dem "Kyffhäusertreffen" des "Flügels" massiv kritisiert und erklärt: "Ich kann Euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird." Viele AfD-Politiker reagierten empört, mehr als 100 Funktionäre kritisierten in einem Appell einen "Personenkult" um den Rechtsaußen.

Pazderski wertete die aktuellen Auseinandersetzungen als "reinigendes Gewitter". Höcke habe verstanden, dass die Landesverbände eine Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten nicht wollten. AfD-Vize Kay Gottschalk hatte dem "Flügel" am Wochenende eine Mitschuld an den Konflikten in vielen westdeutschen Landesverbänden gegeben. Überall dort, wo die Gruppierung eine große Rolle gespielt habe, gebe es jetzt eine "Schneise der Verwüstung".

Pazderski betonte, grundsätzlich müsse sich jeder Landesverband gegen rechtsextremistische Tendenzen abgrenzen. Die AfD stehe auf dem Boden des Grundgesetzes. "Und wer sich da nicht einordnen will, der hat in dieser Partei nichts zu suchen."