Park gewinnt Wahl Konservative wird erste Präsidentin Südkoreas

Entscheidung im Kopf-an-Kopf-Rennen: Erstmals hat Südkorea eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt. Die konservative Politikerin Park Geun Hye, Tochter des langjährigen Militärdiktators, konnte sich gegen ihren liberalen Konkurrenten durchsetzen.

In Südkorea ist nach Medienberichten erstmals eine Frau an die Spitze des Landes gewählt worden. Der Sieg sei ihr nach Auszählung von mehr als 70 Prozent der Stimmen nicht mehr zu nehmen, berichteten mehrere südkoreanische Fernsehsender. Die Konservative Park Geun Hye habe "sicher" die Präsidentenwahl gegen ihren liberalen Rivalen Moon Jae In gewonnen.

Demnach entfielen auf Park 51,5 Prozent der Stimmen. Auf ihren stärksten Rivalen, den linksliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae In, kämen 48 Prozent.

40 Millionen Wähler waren aufgerufen, über die Nachfolge von Präsident Lee Myung Bak zu entscheiden, der nach fünfjähriger Amtszeit nicht mehr antreten durfte. Die Wahlbeteiligung wurde auf 76 Prozent geschätzt, so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Park ist die Tochter des Diktators Park Chung Hee

Park ist die Tochter von Diktator Park Chung Hee, der Südkorea in den Jahren 1961 bis 1979 regierte. Sie setzt wie ihr Konkurrent Moon auf einen Dialog mit dem weitgehend isolierten Nordkorea. Die Führung des Nachbarlandes hatte erst vor wenigen Tagen mit dem Start einer Rakete Sorgen vor einer Destabilisierung der Region geschürt. Ihren Landsleuten verspricht die 60-Jährige ein rasches Wirtschaftswachstum und neue Jobs.

Die neugewählte Präsidentin hat ihre Anhängerschaft eher unter den Älteren, die sich positiv an die Amtszeit ihres Vaters Park Chung Hee erinnern. Sein Vermächtnis spaltet das Land: Während viele Koreaner ihn als Architekt des Aufstiegs Südkoreas zur asiatischen Wirtschaftsmacht verehren, erinnern sich andere mit Schrecken an seine Militärdiktatur. Park wurde 1979 bei einem Trinkgelage von seinem Geheimdienstchef getötet.