Papst ernennt 22 neue Kardinäle Woelki mit Wowi im Vatikan

Papst Benedikt XVI. erhebt 22 kirchliche Würdenträger in den Kardinalsstand - und macht damit Berlins Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Rekordhalter.

In einer feierlichen Zeremonie hat Papst Benedikt XVI. 22 neue Kardinäle ernannt, unter ihnen der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der deutsche Jesuitenpater Karl Josef Becker. Am Sonntagvormittag folgte eine Dankesmesse mit Papst Benedikt XVI. und den neuen Kardinälen im Petersdom. Die Feierlichkeiten in Rom mit Audienzen und Gottesdiensten dauern noch bis Montag an.

Stolzer Purpurträger: der neue italienische Kardinal Giuseppe Versaldi zeigt seinen Siegelring 

(Foto: AFP)

Der Papst nahm die Purpurträger am Samstag im Rahmen seines vierten Konsistoriums, der Vollversammlung der Kardinäle, in sein höchstes Beratergremium auf.

Nun seien sie um eine "noch größere Verfügbarkeit für Christus und für die ganze christliche Gemeinschaft" gebeten, erinnerte er die neuen Kardinäle am Sonntag in einer Messe an ihre hohe Verantwortung. Er bete darum, dass sie mit ihm unermüdlich an der Einheit der Kirche arbeiten könnten, fügte der Papst im anschließenden Angelus-Gebet an.

Mit der Ernennung von Woelki (55) und Becker (83) gibt es nun neun deutsche Kardinäle in dem Kollegium. Von ihnen sind sechs unter 80 Jahre alt und damit bei einer möglichen Papstwahl stimmberechtigt.

Papst fordert von Kardinälen "Kraft, Klarheit, Weisheit und Treue"

Mit den 22 neuen Kardinälen steigt ihre Zahl auf insgesamt 214, wobei 125 von ihnen bei einer Papstwahl stimmberechtigt wären. Der Papst rief die Kardinäle auf, eng mit ihm in der Leitung der Weltkirche zusammenzuarbeiten.

"Es geht darum, herausragende Diener der Kirche zu sein", forderte das Oberhaupt der Katholiken sie dazu auf, mit Kraft, Klarheit, Weisheit und Treue zu wirken. Sie sollten für ihn beten, "dass ich mit milder Festigkeit das Steuer der Kirche führen kann".

Beobachter sahen diese Bitte auch vor dem Hintergrund jüngster Berichte über Intrigen im Vatikan und ein angebliches, vom Heiligen Stuhl sofort dementiertes Mordkomplott gegen den Papst.