Bildband: "Pandemie. Chronik eines Weltgeschehens":Covid et orbi

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Weihnachtsliteraturbeilage

Juli 2020, Coata, Temperaturcheck vor dem Marktbesuch in Peru.

(Foto: Carlos Mamani/Knesebeck Verlag)

Fotografen der Agentur AFP haben 500 Fotos aus 150 Ländern zur Ausbreitung der Corona-Pandemie zusammengetragen, vom Winter 2020 bis zum Frühjahr 2021.

Von Robert Probst

Niemand klatscht jetzt mehr für überlastetes Klinikpersonal. Niemand singt mehr auf Balkonen, niemand applaudiert. Die Särge sind nicht knapp derzeit. Die Wucht der Bilder aus dem ersten Pandemiejahr 2020 scheint schon fast vergessen zu sein - umso besser, sie sich nun in der vierten Welle noch einmal zu vergegenwärtigen. "Pandemie - Chronik eines Weltgeschehens" versammelt 500 großformatige Bilder aus 150 Ländern, zusammengetragen von Fotografinnen und Fotografen der französischen Presseagentur Agence France Presse (AFP).

Beginnend in Wuhan dokumentieren die Fotos die rasante Ausbreitung der Covid-Pandemie rund um den Globus. Im Vordergrund stehen die Leiden, die Angst, die Hilflosigkeit, aber auch die Hoffnung und die Improvisationstalente der "normalen" Bevölkerung. Politiker und andere Würdenträger kommen nur am Rande vor. Eine große Rolle spielt dagegen der Tod; Särge, Massengräber, Verbrennungen werden gezeigt; nichts Voyeuristisches ist daran, die Herausgeberin Marielle Eudes schreibt, es sei "offensichtlich notwendig, den Tod zu zeigen, das einzig mögliche Gesicht dieses unsichtbaren und tödlichen Virus". Der voluminöse Band endet mit den ersten Impfungen, mit der (vermeintlichen) Rückkehr der Normalität bei diversen Massenveranstaltungen und fröhlichen Partys im Frühjahr 2021.

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August 2020, Zipaquirá: Ein Arbeiter desinfiziert eine Kirche in Kolumbien.

(Foto: Juan Barreto/Knesebeck Verlag)

Leere Plätze, leere Straßen kontrastieren mit den Emotionen von Pflegern, Ärzten, Kranken und Gesunden. Und jede Menge Desinfektionsmittel wird versprüht. Deutschland kommt wohltuenderweise nur am Rande vor, bedauerlicherweise sind aber auch die Debatten um Freiheitsrechte, "Querdenker" und Impfgegner so gut wie ausgeblendet.

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April 2020, New York: Eine Person im Ganzkörperschutzanzug unterwegs in der Stadt.

(Foto: Johannes Eisele/Knesebeck Verlag)

Trotz dieser gravierenden Schwäche bleibt der Band ein wichtiges Dokument einer Zeit, an die man sich womöglich auch noch in 100 Jahren erinnern wird. Wenn es in Europa aber so weitergeht wie derzeit, dürfte in absehbarer Zeit ein zweiter Band nötig sein.

Bildband: "Pandemie. Chronik eines Weltgeschehens": Marielle Eudes (Hg.): Pandemie. Chronik eines Weltgeschehens. Aus dem Französischen von Ingrid Hacker-Klier. Knesebeck Verlag, München 2021. 432 Seiten, 50 Euro.

Marielle Eudes (Hg.): Pandemie. Chronik eines Weltgeschehens. Aus dem Französischen von Ingrid Hacker-Klier. Knesebeck Verlag, München 2021. 432 Seiten, 50 Euro.

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