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Pandemie:Corona-Demos trotz Verbots

In Stuttgart und Dresden versammeln sich zahlreiche "Querdenker", die Polizei muss die Proteste auflösen. Auf das Auto von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wird ein Farbanschlag verübt.

In Deutschland haben am Wochenende erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert - teilweise trotz Verboten. In Stuttgart und Dresden setzte die Polizei jeweils mit Großaufgebot die Verbote von Protesten aus der "Querdenker"-Bewegung durch. Mehr als 700 Menschen, die am Samstag durch Stuttgart gezogen waren, seien festgehalten und identifiziert worden, so die Polizei. Sie wurden demnach angezeigt und erhielten Platzverweise.

Zudem habe es mehr als 1000 Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben. Zwei Polizisten seien verletzt worden. Insgesamt waren rund 1000 Corona-Gegner und ungefähr 400 Gegendemonstranten in der Stadt. Innenminister Thomas Strobl (CDU) übte scharfe Kritik. "Es ist irritierend und befremdlich, wenn wir in einer Zeit, in der wir mit gegenseitiger Rücksichtnahme und größtmöglicher Vorsicht aufeinander Acht geben sollten, erneut Hunderte von Polizistinnen und Polizisten brauchen, um grundlegende Formen von Abstand und Anstand zu überwachen."

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte die Polizei zuvor dazu aufgerufen, als letzte Konsequenz bei Regelverstößen Demonstrationen aufzulösen. Auch in Dresden kontrollierten die Beamten tagsüber immer wieder kleinere Gruppen, um Verbote zweier Demos durchzusetzen. Teilweise wurden Platzverweise ausgesprochen. Am Abend protestierten dann unerlaubt Hunderte Menschen in der Innenstadt.

Am Freitagabend verübten Unbekannte einen Farbanschlag auf das Auto des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach. Die Täter hätten einen Farbeimer über den Wagen gekippt, bestätigte die Polizei einen entsprechenden Tweet des Abgeordneten. Lauterbach, der selbst Arzt ist, gilt als eine der exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um Maßnahmen gegen das Coronavirus.

© SZ
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