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Panama Papers:Was passiert, wenn der britische Premier im Parlament beschimpft wird

Oppositionspolitiker Skinner ist mit Camerons Investments so gar nicht einverstanden. Der Sprecher des Unterhauses schreitet sofort ein.

Es war ein bislang einmaliger Vorgang in der britischen Geschichte: Am Sonntag gab Premier David Cameron in Teilen seine Steuererklärung der vergangenen Jahre heraus. Zuvor war durch die Panama Papers bekannt geworden, dass Cameron vor seiner Zeit als Premierminister in Offshore-Fonds seines Vaters Ian investiert hatte. Sohn David wollte mit der Veröffentlichung seiner Steuererklärung beweisen, dass er alle Erträge aus dem Fonds ordnungsgemäß versteuert habe.

Am Montag musste sich der Regierungschef dennoch heftige Kritik anhören. Besonders tat sich der 84-jährige Labour-Abgeordnete Dennis Skinner hervor, der nicht zum ersten Mal durch seine spitze Rhetorik auffiel. Er bezeichnete Cameron als "Dodgy Dave", was in etwa bedeutet: "Zwielichtiger Dave".

Unter den Abgeordneten wurde es so laut, dass sich der Sprecher des Unterhauses, Camerons Parteifreund John Bercow, nur mit einem mehrfachen "Order"-Ruf Gehör verschaffen konnte - einer dringenden Bitte, doch bitte Ruhe zu bewahren. Bercow forderte Skinner auf, das beleidigende Adjektiv "dodgy" zurückzunehmen. Doch der Labour-Senior blieb stur und wiederholte es sogar. Bercow, ein eher besonnen wirkender Mann, der an diesem Tag auch noch eine geblümte Krawatte trug, warf Skinner daraufhin aus dem Saal.

© Süddeutsche.de/mane/segi

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