Zeitenwende in Palermo:Die Mafia wittert Morgenluft

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Zeitenwende in Palermo: Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando (mit Schärpe) gedenkt im Mai des von der Mafia ermordeten Richters Giovanni Falcone.

Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando (mit Schärpe) gedenkt im Mai des von der Mafia ermordeten Richters Giovanni Falcone.

(Foto: Victoria Herranz/Imago)

Leoluca Orlando war 22 Jahre lang Bürgermeister von Palermo. In seiner Zeit wurde aus der Stadt der Mafia eine Stadt der Antimafia. Nun hört er auf - und Cosa Nostra sieht darin eine Chance.

Von Oliver Meiler, Rom

Eine Stadt, eine Silhouette. Wenn einer so verwachsen ist mit einem Ort, wie das Leoluca Orlando mit Palermo ist, dann spricht man auch schon mal von Inkarnation, von Verkörperung. 22 Jahre war Orlando Bürgermeister des sizilianischen Hauptortes, fünf Mandate verteilt auf 37 Jahre, und wenn er zwischendurch auch mal ein paar Jahre weg gewesen ist: Orlando war doch immer da, eine Zigarre zwischen Zeige- und Mittelfinger. "Ich war der Papa dieser Stadt", sagte er vor einer Woche zum Magazin Venerdì. "Und wie das so ist mit Vätern, es geht nicht immer gut, aber sie sind immer da." Orlando ist jetzt 74 Jahre alt, seine Sachen im Palazzo delle Aquile sind schon lange gepackt.

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