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OSZE-Befragung in Kiew:Festgenommene geben zu, russische Soldaten zu sein

Ukrainische Separatisten in Luhansk: Wie weit reicht die russische Unterstützung?

(Foto: AP)
  • Zwei in der Ostukraine gefangen genommene Männer haben der OSZE zufolge zugegeben, Mitglieder der regulären russischen Truppen zu sein.
  • Trifft ihre Aussage zu, widerspräche das Behauptungen Moskaus, allenfalls russische "Freiwillige" kämpften auf Seiten der ostukrainischen Separatisten.
  • Russland bemüht sich derzeit um die Freilassung der Männer.

Befehl, in die Ukraine zu gehen

Zwei Soldaten, die am Sonntag von der ukrainischen Armee gefangen genommen worden waren, haben zugegeben, Mitglieder der russischen Streitkräfte zu sein. Wie unter anderem die britische BBC meldet, wurden die beiden Männer in einem Militärhospital in Kiew von Mitgliedern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) befragt.

Die Männer waren demnach auf einer Aufklärungsmission in der Ukraine. "Sie waren bewaffnet, hatten aber keinen Befehl anzugreifen", hieß es. "Einer von ihnen sagte, er hätte von seiner Militäreinheit den Befehl erhalten, in die Ukraine zu gehen", teilte die OSZE mit. Der Einsatz hätte drei Monate dauern sollen. Beide Soldaten sagten, sie seien bereits zuvor auf Missionen in der Ukraine gewesen.

Einer der Männer betonte jedoch mehrfach, dass keine russischen Truppen in die Kämpfe in der Ukraine involviert seien, hieß es weiter. Die beiden Soldaten waren vergangenen Samstag in der Nähe der Separatistenhochburg Luhansk gefangen genommen worden. Kiew klagt sie wegen terroristischer Handlungen an.

Die Aussagen der beiden Männer sind insofern interessant, als sie offiziellen Angaben Moskaus widersprechen. Die ukrainische Regierung, westliche Staaten und die Nato gehen davon aus, dass reguläre russische Truppen den Separatisten in der Ostukraine helfen, mit Waffenlieferungen, aber auch mit Soldaten. Der Kreml hat das jedoch stets bestritten und nur eingeräumt, russische "Freiwillige" würden auf Seiten der Rebellen kämpfen.

Russland: Angeblich waren Soldaten nur privat unterwegs

Die russische Regierung bemüht sich nach eigenen Angaben intensiv um die Freilassung der Soldaten. Da es sich um russische Staatsbürger handele, würden alle notwendigen Schritte unternommen, um sie freizubekommen, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA einen Sprecher des Präsidialamtes. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge hielten sich die Männer als Privatpersonen in dem Nachbarland auf.

© SZ.de/Reuters/gal/dayk
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