Orlando "Ich habe nur Körper fallen sehen"

Polizeibild aus der Nacht: Familienangehörige am Tatort

(Foto: AP)

Blut, Kugeln, Geiseln auf der Toilette: Augenzeugen schildern, was in dem Club in Orlando passiert ist.

Etwa 50 Menschen sind in dem Club in Orlando im US-Bundesstaat Florida durch die Schüsse eines bislang noch Unbekannten gestorben. Überlebende und Angehörige schildern, was sie in der Nacht erlebten.

Ein Mann berichtete dem britischen Sender BBC, welche Szenen sich nach den Schüssen vor dem Club abspielten, als Sanitäter die Verletzten versorgten. "Da waren überall Körper", sagte Christopher Hansen. "Auf dem Parkplatz wurden sie mit rot und gelb markiert, um deutlich zu machen, wem als erstes geholfen werden muss. Hosen runter, T-Shirts aufschneiden, sie musste die Kugeln finden. Es war einfach überall Blut."

Auf Facebook veröffentlichte der Club während der Schießerei eine Mitteilung: "Verlasst alle Pulse und rennt." Eine Frau schrieb dort in den Kommentaren, sie habe mit ihrer im Club eingeschlossenen Tochter telefoniert. "Alles was ich höre, sind Schüsse." Zwei Stunden später berichtet sie erleichtert, dass ihre Tochter in Sicherheit sei.

Ricardo Negron sagte dem Sender Sky News, als die Schüsse gegen zwei Uhr Ortszeit begannen, hätten sich die Leute auf den Boden geworfen. Offenbar hatte der Angreifer in die Decke geschossen. Glas zerbrechender Lampen sei herabgefallen. "Dann gab es eine kurze Pause bei den Schüssen, und einige von uns sind aufgestanden und zu Hinterausgang gerannt", sagte Negron.

Der Täter hatte sich mit Clubbesuchern im Gebäude verschanzt. Von der Toilette aus hätten Menschen die Polizei angerufen, berichtet das Lokalfernsehen. Die Polizei habe mit gepanzerten Fahrzeugen die Wand durchbrochen, um sie zu befreien.

"Ich sah den Schützen nicht, ich habe nur Körper fallen sehen", berichtete Club-Besucher Christopher Hanson, der zu Beginn der Schießerei gerade an der Bar ein Getränk bestellte, dem Sender CNN. Er sei hingefallen und mit anderen Besuchern zum Hinterausgang gekrochen, um sich in Sicherheit zu bringen. "Als ich auf die Straße gelangte, war überall Blut", sagte Hanson.

Ein anderer Besucher, Rob Rick, sagte, es seien noch mehr als 100 Menschen in dem Club gewesen, als er Schüsse hörte. Er habe sich auf den Boden geworfen und sei in Richtung eines DJ-Standes gekrochen. Ein Türsteher habe eine Trennwand zwischen Club und für Mitarbeiter reservierte Räume im hinteren Teil niedergerissen, so hätten Gäste entkommen können.

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