Von Brüssel aus gesehen war es nicht mehr nur die kalte Schulter, die Ungarns Premierminister Viktor Orbán den EU-Institutionen zeigte, es war eher ein ausgestreckter Mittelfinger. Um 8.55 Uhr am Freitagmorgen hob der ungarische Militär-Airbus mit der Kennung HUAF281 am Flughafen Budapest Liszt Ferenc ab in Richtung Moskau. Tags zuvor war durchgesickert, dass Orbán eine Reise nach Moskau unternehmen wolle, um Russlands Präsident Wladimir Putin zu treffen – drei Tage nach seinem Überraschungsbesuch in der Ukraine und am fünften Tag, nachdem Ungarn für das kommende halbe Jahr die Präsidentschaft im Ministerrat der EU-Mitgliedstaaten übernommen hatte.
Europäische UnionOrbán in Moskau, Ärger in Europa
Lesezeit: 6 Min.

Ungarns Premierminister besucht Russlands Präsident Putin und empört seine europäischen Partner. Dann sagt Budapest überraschend einen geplanten Termin mit Bundesaußenministerin Baerbock ab.
Von Silke Bigalke, Jan Diesteldorf, Paul-Anton Krüger, Moskau, Budapest
Lesen Sie mehr zum Thema
