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Opferhilfe:Kaum bekannt

Eine Stiftung für Menschen, die in Psychiatrien in DDR und BRD Leid erfahren haben, bleibt ohne Resonanz.

Von Henrike Roßbach, Berlin

Eigentlich soll die Stiftung "Anerkennung und Hilfe" all jene unterstützen, die in der DDR und in Westdeutschland in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben. Offensichtlich ist die Stiftung, die Bund, Länder und die Kirchen mit ihren Wohlfahrtsverbänden errichtet haben, bei den Betroffenen aber kaum bekannt. Aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer geht hervor, dass sich bis Ende April nur 6418 Betroffene an die Anlauf- und Beratungsstellen der Stiftung gewandt haben, 2203 Betroffene haben Unterstützungsleistungen ausgezahlt bekommen. Ursprünglich war man von 97 000 anspruchsberechtigten Frauen und Männern ausgegangen. Ende 2019 läuft die Anmeldefrist aus. In der Regierungsantwort heißt es allerdings, man unterstütze das Ziel, die Anmeldefrist zu verlängern. Rüffer von den Grünen sagte, die allermeisten Betroffenen lebten bis heute in Einrichtungen und seien deshalb nur schwer erreichbar. Die Frist müsse daher verlängert werden. "Und wenn es in einer Einrichtungen auch nur einen Fall von Misshandlung oder Gewalt gab, müssen diese Einrichtungen verpflichtet werden, selbst aktiv herauszufinden, inwieweit es weitere Betroffene gibt, und auf diese direkt zuzugehen."

© SZ vom 14.06.2018
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