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Offizielle Wahlergebnisse in Simbabwe:Mugabe siegt - Opposition protestiert

Zimbabwe presidential elections

Simbabwes alter und neuer Präsident: Robert Mugabe bei einer Pressekonferenz am 30. Juli.

(Foto: dpa)

So eindeutig die Zahlen, so zweifelhaft das Ergebnis: Simbabwes Autokrat Mugabe gewinnt nach offiziellen Angaben deutlich die Präsidentschaftswahl, seine Partei erringt bei der Parlamentswahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Die Opposition um Regierungschef Morgan Tsangvirai bezeichnet die Wahl als "Farce".

Der Herrscher lässt sich schon seit Tagen feiern, nun ist sowohl sein Sieg bei der Präsidentschaftswahl als auch der Sieg seiner Partei bei den Parlamentswahlen von offizieller Seite bestätigt worden. Robert Mugabe habe bei der Abstimmung für das Präsidentenamt 61 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission mit. Sein Herausforder Morgan Tsvangirai, dessen Lager seit Tagen Betrugsvorwürfe rund um die Abstimmung erhebt, kam demnach auf 34 Prozent der Stimmen.

Die Vorsitzende der Wahlkommission, Rita Makarau, erklärte Mugabe zum "gewählten Präsidenten Simbabwes ab dem heutigen Tag". Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl war eigentlich erst für Montag erwartet worden.

Im Kampf um die Sitze im Parlament hat die Partei des langjährigen Machthabers den offiziellen Angabe zufolge eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Bisher hatte die Partei von Mugabes Rivalen, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, die Mehrheit in der Volksvertretung. Der 89-jährige Mugabe regiert sein Land seit 1980 mit harter Hand. Ihm werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Wie die Wahlkommission des Landes mitteilt, wird Mugabes ZANU-PF in der neuen Zusammensetzung des 210 Mandate zählenden Parlaments von Harare über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügen. Damit könnte die Partei im Alleingang Verfassungsänderungen durchsetzen.

Die Opposition um Regierungschef Tsangvirai hatte die Wahl zuvor bereits als "Farce" bezeichnet und die Ergebnisse für "null und nichtig" erklärt. Am Freitag bekräftigte Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), das Ergebnis der Wahlen nicht anzuerkennen.

Allerdings sprachen offizielle Wahlbeobachter der Afrikanischen Union (AU) und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) von "freien und friedlichen Wahlen".