Österreich:Van der Bellen "hat wirklich eine herrliche Lunge"

Right-wing Austrian Freedom party challenges presidential the ele

Alexander Van der Bellen: Der 72-Jährige kandidiert als Bundespräsident.

(Foto: Christian Bruna/dpa)
  • Alexander Van der Bellen, Kandidat für die österreichische Bundespräsidentenwahl, dementiert über seinen Arzt Gerüchte über eine Krebserkrankung.
  • Bei der zweiten Stichwahl am 2. Oktober tritt Van der Bellen gegen FPÖ-Mann Norbert Hofer an. Die erste Stichwahl im Mai war von den Rechtspopulisten erfolgreich angefochten worden.

Nach einem ereignisarmen Sommer beginnt der Wahlkampf für die zweite Stichwahl um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten mit einer Kuriosität: Alexander Van der Bellen lässt einen Krebsspezialisten öffentlich Zeugnis über seinen Gesundheitszustand ablegen.

Zu diesem Schritt sieht sich der 72-Jährige, der früher Grünen-Chef war und jetzt als unabhängiger Kandidat antritt, gezwungen, weil immer wieder Gerüchte über eine mögliche Krebserkrankung kursierten. Damit soll nun endgültig Schluss sein. Van der Bellen ist starker Raucher.

Aus den Arztbefunden, die Van der Bellen der Austria Presse Agentur vorgelegt hat, geht nun hervor, dass bei ihm kein Krebs diagnostiziert wurde. Der Standard zitiert den Krebsspezialisten Christoph Zielinski: "Der ist super beinand." Zielinski hat den Kandidaten untersucht und wurde von ihm von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden. "Ich kann mit an 100 Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass der Herr Van der Bellen an irgendeiner Krebserkrankung laborieren würde."

Das Urteil des Arztes über Van der Bellens Befähigung zum Bundespräsidenten ist eindeutig: Der frühere Grünen-Chef sei fit und uneingeschränkt dazu geeignet, das Amt des Bundespräsidenten auszuüben, befindet Zielinski. Er habe keine Bedenken, was Langstreckenflüge und andere Strapazen, die das Amt mit sich bringe, angeht. "Er hat wirklich eine herrliche Lunge."

Arzt Zielinski ist im Personenkomitee Van der Bellens

Van der Bellens Wahlkampfmanager Lothar Lockl sagt, man wollte mit der Veröffentlichung der Befunde den Diffamierungen seiner Gegner entgegentreten. Vorbild für die Aktion sei die im US-Wahlkampf übliche Veröffentlichung von Gesundheitsdaten gewesen: "Was Obama kann, kann Van der Bellen schon lange", sagt Lockl. Ob die Gegner nun besänftigt sind, ist allerdings fraglich: Schließlich ist Zielinski offiziell im Personenkomitee von Van der Bellen und damit sein Unterstützer.

Am 2. Oktober wird erneut gewählt. Van der Bellen tritt in einer Stichwahl gegen FPÖ-Kandidat Norbert Hofer an.

© SZ.de/kjan/olkl/lalse
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