In Österreich haben die konservative ÖVP und die sozialdemokratische SPÖ erneut Gespräche über eine mögliche Koalition aufgenommen. Beide Parteien bestätigen den Austausch. Aus der ÖVP-Parteizentrale heißt es: „Es laufen Gespräche darüber, ob eine Zusammenarbeit und der Abschluss für ein Regierungsübereinkommen möglich sind oder nicht.“
Bis wann mit einem Ergebnis gerechnet werden kann, ist unklar. Medien spekulieren über einen denkbaren Abschluss bis Mitte kommender Woche. Größter Knackpunkt der Verhandlungen ist immer noch der Haushalt und seine Finanzierung. Österreich steckt in einer erheblichen Wirtschaftskrise mit steigender Arbeitslosigkeit sowie einem großen Budgetloch. Ohne eine baldige Einigung auf einen von Sparzielen geprägten Etat droht ein EU-Defizitverfahren.
Ein erster Anlauf zu einer Koalition von ÖVP und SPÖ gemeinsam mit den liberalen Neos war im Januar gescheitert. Danach liefen wochenlange Bündnisgespräche von rechter FPÖ und ÖVP, die ebenfalls platzten. Damit ist Österreich auch viereinhalb Monate nach der Parlamentswahl immer noch ohne neue Regierung.
ÖVP und SPÖ verfügen im Parlament nur über eine Mehrheit von einer Stimme. Sowohl die Grünen wie die liberalen Neos signalisierten aber, dass sie bei bestimmten Fragen eine solche Zweierkoalition im Parlament unterstützen könnten.

