Doppel-Pässe:Vorausgesetzt, man ist prominent

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Doppel-Pässe: Sie alle haben einen Doppelpass wegen Leistungen im "besonderen Interesse der Republik" (von links): Die frühere Eisschnellläuferin Emese Hunyady, Tischtennisspieler Ding Yi, Opernsängerin Anna Netrebko, Dirigent Andrés Orozco-Estrada, die frühere Triathletin Kate Allen und Opernsänger Jonas Kaufmann.

Sie alle haben einen Doppelpass wegen Leistungen im "besonderen Interesse der Republik" (von links): Die frühere Eisschnellläuferin Emese Hunyady, Tischtennisspieler Ding Yi, Opernsängerin Anna Netrebko, Dirigent Andrés Orozco-Estrada, die frühere Triathletin Kate Allen und Opernsänger Jonas Kaufmann.

(Foto: Collage: SZ /AFP, DPA, Imago (4))

Österreich gewährt als eines von wenigen Ländern in Europa keine doppelte Staatsbürgerschaft. Außer für Promis wie Anna Netrebko. Dabei kann die Passfrage sogar Existenzen bedrohen. Über ein System mit fragwürdigen Ausnahmen.

Von Verena Mayer

Für Anna Netrebko war es ein besonderer Auftritt, und die Operndiva musste dabei nicht einmal singen. Im August 2006 bekam die Russin von der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Sie sei sehr glücklich, sagte Netrebko bei dem Festakt, und hoffe, "eine gute Österreicherin zu sein". Dass sie damals weder gut Deutsch konnte, noch länger in Österreich gelebt hatte, sprach nicht gegen sie. Der Theaterregisseur Otto Schenk wies bei der Feier darauf hin, dass ja auch deutsche Komponisten wie Beethoven oder Brahms die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen hatten.

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