Sie betritt den Raum, als hätte sie kein Recht dazu, leise, fast schleichend, und bestellt beim Kellner ein Glas warmes Leitungswasser. Wenn sie angestrengt ist oder irritiert, sackt sie in sich zusammen, als habe man ein, zwei Wirbel aus ihrem Rückgrat entfernt, dann weint sie kurz, kaum hörbar. Fragen beantwortet sie mit dem Verweis auf Unterlagen, Termine, Eingaben, als trage sie ihre Geschichte in Aktenordnern im Kopf herum. Irgendwann sagt sie: "Eigentlich habe ich das meiste nicht wirklich beantwortet, oder?" Stimmt. Noch ein Versuch: "Sind Sie wütend, können Sie überhaupt wütend sein?" Sie schaut, als hätte sie die Frage nicht verstanden. Sackt zusammen. "Ich bin traurig."
Österreich:Krankes Haus
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Das AKH in Wien ist die größte und die berühmteste Klinik des Landes. Jetzt aber klagen mehrere Mediziner öffentlich über Mobbing, Erpressung und Korruption. Eine Anamnese.
Von Cathrin Kahlweit
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