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Österreich hat gewählt:ÖVP triumphiert - FPÖ stürzt ab

Sebastian Kurz (li.) steht vor der Rückkehr ins Bundeskanzleramt. Ihm bieten sich mehrere Koalitionsvarianten. Mit der FPÖ und ihrem neuen Chef Norbert Hofer (re.) wird es wohl nichts mehr.

(Foto: AFP)
  • Die ÖVP unter Sebastian Kurz setzt ihren Höhenflug fort. Die konservative Partei triumphiert bei der Parlamentswahl am Sonntag.
  • Für die rechte FPÖ wird der Abend zum Debakel, aber auch die Sozialdemokraten erzielen ein schlechtes Ergebnis.
  • Möglich ist plötzlich ein schwarz-(türkis)-grünes Bündnis.

Von Peter Münch, Wien

Sebastian Kurz ist mit seiner Volkspartei als klarer Sieger aus der vorgezogenen österreichischen Parlamentswahl hervorgegangen. Die ÖVP liegt den Hochrechnungen zufolge mit 37,1 Prozent der Stimmen deutlich über ihrem Ergebnis von 2017, als sie 31,5 Prozent erzielte, und mit großem Abstand vor allen anderen Parteien.

Kurz kann nun bei der Regierungsbildung zwischen verschiedenen Optionen wählen. Möglich wäre zum ersten Mal auf Bundesebene eine Koalition mit den Grünen, die in Österreich unter Türkis-Grün firmiert. Die ÖVP hatte nach dem Bruch der Regierung mit der FPÖ einen ganz auf Kurz zugeschnittenen Wahlkampf geführt unter dem Slogan: "Wir wollen unseren Kanzler zurück."

Schwere Verluste für die FPÖ

Sehr deutlich verloren hat die FPÖ unter ihrem neuen Vorsitzenden Norbert Hofer. Bei einem Minus von 9,9 Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Parlamentswahl stürzte sie laut Hochrechnung auf 16,1 Prozent ab.

Rechnerisch möglich ist damit aber immer noch eine Neuauflage der im Mai gescheiterten Koalition mit der Volkspartei. Dies war das erklärte Ziel der Freiheitlichen im Wahlkampf gewesen. In ersten Reaktionen aus der Parteispitze ging man dazu allerdings auf Abstand. Zum Regieren hätte man "ein anderes Wahlergebnis gebraucht", sagte Hofer am Abend. Dieses Ergebnis werde "wohl ein Auftrag sein in Richtung Opposition". Er plädierte für eine "Neuaufstellung der Partei". Dies hatte zuvor auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky gefordert und dafür auch neue Gesichter angekündigt.

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