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Wahlkampf in Österreich:Wer hat's erfunden?

Ex-Kanzler Kurz und FPÖ-Politiker Kickl werben mit demselben Wahlslogan für sich - und werfen sich nun gegenseitig vor, den Spruch geklaut zu haben. Dabei ist der alles andere als neu.

Unverwechselbar wollen die Parteien im österreichischen Wahlkampf sein, doch nun setzen ausgerechnet die Kontrahenten Sebastian Kurz von der ÖVP und Herbert Kickl von der FPÖ auf denselben Wahlslogan: "Einer, der unsere Sprache spricht", steht auf einem diese Woche vorgestellten Plakat, das den Ex-Kanzler Kurz beim Wandern im zwanglosen Austausch mit zwei Bürgerinnen zeigt. Mit eben diesem Spruch wird aber auch Ex-Innenminister Kickl in der Social-Media-Kampagne der FPÖ auf einem Foto im Gespräch mit zwei Polizisten präsentiert. Nun werfen sich die beiden Parteien, deren Koalition im Mai wegen des Ibiza-Videos krachend gescheitert war, gegenseitig vor, vom anderen abgekupfert zu haben.

Tatsächlich ist Kickl mit diesem Slogan schon ein paar Tage vor der ÖVP-Plakatvorstellung online gegangen. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wirft den Kontrahenten deshalb einen "schamlosen" Ideen-Diebstahl vor. "Nachdem Sebastian Kurz im letzten Wahlkampf und auch jetzt wieder die FPÖ-Themen kopiert hat, nehmen seine Werber nun sogar deutliche Anleihen bei FPÖ-Slogans", erklärt er. ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer kontert, dass die ÖVP-Plakate schon lange vor der FPÖ-Kampagne gedruckt gewesen seien. Seine Erklärung: Es gebe nur eine Druckerei im Raum Wien, die solche großflächigen Plakate drucken könne - und ebendort habe die FPÖ wohl die ÖVP-Poster gesehen und sogleich für ihre Kampagne geklaut.

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Da geht es also auf beiden Seiten wieder mal um die ganz große Verschwörung, dabei ist der Slogan in Wahrheit weder originell noch neu. Schon vor 20 Jahren hatte der FPÖ-Urvater Jörg Haider mit Ähnlichem geworben, das Copyright beansprucht Haiders damaliger Verseschmied Kickl. Auch der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war schon vorgestellt worden als "Der Einzige, der unsere Sprache spricht."

Jenseits des aktuellen Streits könnten die Protagonisten der Sache allerdings auch am Ende noch etwas Positives abgewinnen. Denn wenn Kurz und Kickl die gleiche Sprache sprechen, könnte das nach der Wahl die Verständigung auf eine neue Koalition erleichtern.

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