Österreich FPÖ-Chef Strache gibt Kontakt zur Wiking-Jugend zu

Der Partei-Obmann und Nachfolger von Jörg Haider, Heinz-Christian Strache, hat eingeräumt, vor 17 Jahren Kontakt zur verbotenen Nazi-Organisation gehabt zu haben.

Im Zuge der Fotoaffäre hat der Obmann der FPÖ, Heinz-Christian Strache, Kontakte zur rechtsextremen Wiking-Jugend zugegeben. Er sei jedoch kein Mitglied gewesen, sagte er nach einer ersten Verhandlungsrunde im Prozess gegen die Tageszeitung Österreich.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat zugegeben, mit der mittlerweile verbotenen Wiking-Jugend Kontakt gehabt zu haben.

(Foto: Foto: AFP)

Die Tageszeitung hatte ein Foto veröffentlicht, auf dem Strache im Kreise der Wiking-Jugend abgebildet sein soll.

Strache sagte vor Gericht, er habe zu Silvester 1989 an einer Aktion an der deutsch-deutschen Grenze teilgenommen, bei der auch Mitglieder der Organisation anwesend gewesen seien.

Er selbst sei jedoch zu keinem Zeitpunkt Mitglied der Organisation gewesen, sagte Strache. Seit 1990 will er überdies nichts mehr mit der Wiking-Jugend zu tun gehabt haben.

Bei der Verhandlung im Wiener Straflandesgericht wurden zudem die "Spielkameraden" Straches identifiziert.

Der FPÖ-Chef behauptete weiter, keine strafbaren Handlungen vollführt zu haben. Seine angebliche Verhaftung an der innerdeutschen Grenze 1989 stellte Strache als gewöhnliche Kontrolle zur Feststellung der Identität dar.

Wieso Strache damals an der Grenze anwesend war, erklärte er damit, dass er an einer Hilfsaktion für DDR-Bürger teilgenommen habe. Diese sollten bei der Aktion Care-Pakete über die Grenze gereicht bekommen.

Das Verfahren wird im September fortgesetzt. Beantragt wurde unter anderem die Vorladung von Gottfried Küssel als Zeuge. Gegen den ehemaligen führenden Vapo-Aktivisten lief Mitte der 90er Jahre ein gerichtliches Verfahren wegen NS-Wiederbetätigung.