Österreich:Erste Festnahme in der Causa Kurz

Eine Meinungs­forscherin soll für die ÖVP Umfragen geschönt haben.

In Österreich ist im Rahmen von Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen gegen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz und mehrere seiner Vertrauten am Dienstag die Meinungsforscherin Sabine Beinschab vorläufig festgenommen worden. Ein entsprechender Bericht der Zeitung Der Standard wurde der österreichischen Nachrichtenagentur APA aus Anwalts- und Regierungskreisen bestätigt. Demnach wird die Demoskopin verdächtigt, eine zentrale Rolle bei der Erstellung von geschönten Umfragen gespielt zu haben, die mit Steuergeld bezahlt und in Medien platziert worden sein sollen. Als Grund für die Festnahme wird Verdunkelungsgefahr genannt. Beinschab soll kurz vor einer Hausdurchsuchung versucht haben, die Festplatte ihres Computers zu löschen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigte den Vorgang nicht.

Gegen ÖVP-Chef Kurz und neun weitere Verdächtige wird wegen möglicher Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt. Sie sollen den Aufstieg des 35-Jährigen in Partei und Regierung auch durch eine Zusammenarbeit mit einem Medienhaus organisiert und dafür Geld der öffentlichen Hand verwendet haben. Kurz trat am Samstag als Bundeskanzler zurück, bestreitet die Vorwürfe jedoch. Am Dienstag beschäftigte sich in Wien auch der Nationalrat mit den Vorwürfen.

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