Österreich Blitz-Einbürgerung für Jelzin-Tochter

Die Tochter des verstorbenen ehemaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin ist jetzt Österreicherin - obwohl das Ladn eigentlich eine rigide Einbürgerungspolitik verfolgt. Recherchen eines österreichischen Magazins legen nahe, dass der Magna-Konzern interventiert hat.

Einbürgerung unter dubiosen Umständen: Die Tochter des früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin, Tatjana Yumaschewa, ist jetzt Österreicherin - und offenbar hat der kanadisch-österreichische Magna-Konzern einen großen Anteil daran.

Das Nachrichtenmagazin News berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass Yumaschewa die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen habe. Die Blitz-Einbürgerung, die am 26. November 2009 vollzogen worden sein soll, fand demnach auf Betreiben des Magna-Konzerns statt, bei dem damals noch Frank Stronach das Sagen hatte - jener Mann, der inzwischen die österreichische Politik aufmischt.

Neben Yumaschewa wurde auch deren Mann Valentin Yumaschew, einst Leiter der russischen Präsidentschaftskanzlei, und die gemeinsame Tochter eingebürgert. Interveniert wurde von Magna. News veröffentlicht unter anderem ein Interventionsschreiben von Magna-Boss Günther Apfalter an das Wirtschaftsministerium.

Österreich ist eigentlich für rigide Einbürgerungsvorschriften bekannt

Besonders auffällig sind die Begleitumstände der Einbürgerung, insbesondere der Wohnsitz des Jelzin-Clans vor der Einbürgerung. Dabei handelt es sich um ein heruntergekommenes Haus an einer stark befahrenen Durchgangsstraße im burgenländischen Winden am See. Es fanden sich keine Belege, dass die Behörden je überprüft haben, ob die Familie Jelzin sich an dieser offiziell als Hauptwohnsitz gemeldeten Anschrift auch aufhielt. Der damalige Vermieter sagt zu News, dass die Wohnung "ein Jahr lang" angemietet worden sei und er seine russischen Mieter "selbst gar nicht gekannt" habe.

Österreich ist eigentlich für rigide Einbürgerungsvorschriften bekannt. Begründet wurde die Blitz-Entscheidung damit, dass dies im besonderen Interesse der Republik läge. Keine mit der Angelegenheit befasste Behörde hatte demnach Bedenken gegen eine vorzeitige Einbürgerung.

2009 hatte Magna gemeinsam mit der russischen Sberbank Opel kaufen wollen, letztlich war das Geschäft aber am Veto von General Motors gescheitert.