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Österreich:Blinde Verehrung

Kärnten Haider

Ein Land trauert, noch immer: Gedenkstätte für Jörg Haider am Ort seines tödlichen Unfalls.

(Foto: Ruth Eisenreich)

Die Rechtspopulisten waren in Kärnten schon groß, als sie im übrigen Europa noch klein waren. Von ihnen hat Österreichs Süden Schulden und Skandale geerbt - und den Kult um den toten Jörg Haider.

An der Stelle, an der vor acht Jahren der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider mit 142 Kilometern pro Stunde und 1,8 Promille Alkohol im Blut gegen eine Gartenmauer raste, brennen heute noch Kerzen. Auf dem Pflasterboden stehen im Halbkreis sieben nur leicht verblasste Fotos des Toten, in einer Vase lassen weiße Rosen ihre Köpfe hängen. Autos brausen vorbei, durch ihren Lärm hindurch schreit eine Stimme von der anderen Straßenseite: "Viva Haider!" Sie gehört einem Mann im mittleren Alter, Kurzarmhemd über dem runden Bauch, verschwommene Tätowierungen auf beiden Armen. Seinen Namen will er nicht nennen. Ja, mag schon sein, dass Jörg Haider seit acht Jahren tot ist, sagt er. "Aber", der Mann klopft sich mit der rechten Hand auf die linke Brust: "In unseren Herzen lebt er für immer."

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