OECD-Studie zur Integration:Bildung: Deutschland hat Nachholbedarf

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Bildungsniveau Defizite hat Deutschland vor allem in der Bildung von Zuwanderern und deren Kindern. Einen hohen Bildungsabschluss hatten 2008 nur 18,6 aller Zuwanderer und 10,7 Prozent aller in Deutschland geborenen Kinder von Migranten. Bei den Kindern von in Deutschland geborenen Eltern sind es immerhin 27 Prozent (OECD-Durchschnitt: etwa 40 Prozent). In Ländern wie Australien, Kanada, Dänemark und Irland haben 60 Prozent der Kinder von Zuwanderern einen Hochschulabschluss, im OECD-Durchschnitt sind es fast 40 Prozent.

Doch Deutschland holt auf: Zwölf Prozent mehr Zuwanderer haben heute einen Hochschulabschluss als noch vor zehn Jahren. In der gesamten OECD mit ihren 34 Mitgliedsländern wuchs der Anteil durchschnittlich um nur fünf Prozentpunkte. Kinder mit Migrantionshintergrund haben hierzulande häufig einen niedrigen Bildungsabschluss: 32,5 Prozent aller im Ausland geborenen (OECD-Durchschnitt: 27,2) und 19,1 Prozent aller Kinder von Zuwanderern (OECD-Durchschnitt: 23,1). Bei den Kindern deutscher Eltern sind es nur 7,7 Prozent.

Lesekompetenz Zugewanderte Kinder in Deutschland schneiden Zahlen aus dem Jahr 2009 zufolge im Durchschnitt fast 61 Punkte schlechter im Pisa-Lesetest ab als Kinder ohne Migrationshintergrund. Selbst bei hierzulande geborenen Kindern von Zuwanderern sind es noch 54 Punkte weniger.

Auch in anderen Ländern ist der Unterschied in Sachen Lesekompetenz groß. Im Durchschnitt der OECD-Länder erreichen zugewanderte Kinder im Pisa-Test 54 Punkte weniger als die Kinder im Inland geborener Eltern. Die Punktzahlen im Inland geborener Kinder von Zuwanderern bleiben um 36 Punkte hinter den Ergebnissen der Kinder ohne Migrationshintergrund zurück.

Allerdings bescheinigen die Autoren des Berichts Deutschland immerhin, auf dem richtigen Weg zu sein: Neben Tschechien, Luxemburg, den Niederlanden, Neuseeland, der Schweiz, Großbritannien und den Vereinigten Staaten sei es das Land, in dem sich die Unterschiede in der Lesekompetenz in den vergangenen Jahren am stärksten verringert hätten. Interessant ist in diesem Zusammenhang außerdem die Erkenntnis, dass Kinder, die bereits vor der Grundschule eine Bildungseinrichtung besucht haben, später in der Lesekompetenz durchweg besser abschneiden als Kinder, die in keiner Vorschule waren.

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