SachsenCDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl ganz knapp gegen Rechtsextremen

Lesezeit: 2 Min.

Marcus Hoffmann (CDU) überzeugte an der Wahlurne gegen den Vertreter der rechtsextremen „Freien Sachsen“ in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge.
Marcus Hoffmann (CDU) überzeugte an der Wahlurne gegen den Vertreter der rechtsextremen „Freien Sachsen“ in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge. Jan Woitas/Jan Woitas/dpa
  • CDU-Kandidat Marcus Hoffmann gewinnt die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema knapp mit 5 007 gegen 4 499 Stimmen.
  • Sein Gegenkandidat von den rechtsextremen „Freien Sachsen" hatte im ersten Wahlgang am 10. Mai noch vorne gelegen.
  • Die „Freien Sachsen" werden vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft und streben mehr Autonomie für Sachsen an.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Mit nur einigen Stimmen zu wenig ist der Kandidat der rechtsextremen „Freien Sachsen“ beim Rennen um die Wahl zum Oberbürgermeister in Aue-Bad Schlema gescheitert. CDU-Kandidat Hoffmann übernimmt das Amt.

SZ bei Google bevorzugen

Der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge gegen den Kandidaten der rechtsextremen „Freien Sachsen“ gewonnen. Hoffmann bekam im zweiten Wahlgang 5 007 Stimmen, sein Gegenkandidat kam auf 4 499 Stimmen, wie die Stadt bekanntgab.
Stefan Hartung hatte im ersten Wahlgang am 10. Mai noch die Nase vorn. Bei damals fünf Bewerbern verfehlte er jedoch mit 29,0 Prozent die erforderliche absolute Mehrheit. Der 37-Jährige war jahrelang Funktionär der NPD – heute „Die Heimat“. Er ist Mitglied des Stadtrates und des Kreistages.

Mit dem Wahlerfolg von Hoffmann bleibt die Stadt mit 19 000 Einwohnern in CDU-Hand. Der noch amtierende Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) ist seit 1999 Stadtchef von Aue. Nun scheidet er altersbedingt aus. Wahlgewinner Hoffmann arbeitet bisher im Bauamt der Stadt. Der 41-Jährige ist nach eigenen Angaben verheiratet und hat zwei Kinder. „Mein Herzensanliegen ist, dass die Menschen das Potenzial in der Stadt sehen, das ich sehe“, hatte er im Wahlkampf betont. Insgesamt waren mehr als 15 000 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl des neuen Oberbürgermeisters aufgerufen.

Sein Kontrahent von den „Freien Sachsen“ war Mitbegründer der „Freien Sachsen“, deren Vize er heute ist. Laut dem sächsischen Verfassungsschutz handelt es sich um eine „als Partei organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Die-Heimat-Funktionären und weiteren Szeneangehörigen oder -sympathisanten“. Ihre verfassungsfeindlichen Aktivitäten richteten sich gegen den Bestand des Bundes, heißt es. So strebe die Partei mehr Autonomie für Sachsen an – notfalls auch einen „Säxit“ in Anlehnung an den Brexit genannten Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU. Sachsen wird dabei nicht nur in den heutigen Grenzen verstanden, sondern in denen des einstigen Königreiches.

Verfassungsschutz stuft Partei als rechtsextrem ein

Die regional vertretene Kleinstpartei wird vom sächsischen Verfassungsschutz – und auch vom Bundesverfassungsschutz – als rechtsextrem eingestuft und hat nach eigenen Angaben etwa 1200 Mitglieder. Die Partei organisiert immer wieder öffentlichen Protest – etwa Fackelmärsche gegen Asylbewerberunterkünfte.

Nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz versuchten die „Freien Sachsen“ auch abseits des Straßenprotests, Einfluss in den Parlamenten zu gewinnen – sie traten bei den Kommunal- und Landtagswahlen an. „Die ‚Freien Sachsen‘ sehen die politischen Prozesse in erster Linie als nützliches Werkzeug zur Vorbereitung eines Systemwechsels“, heißt es auf der Internetseite der Behörde.

Die Stadt Aue-Bad Schlema liegt im Erzgebirge, das überregional für Bergbautradition, Kunsthandwerk und Wintersport bekannt ist. Im kommenden Jahr ist sie Gastgeber der sächsischen Landesgartenschau.

© SZ/dpa/gut - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: