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Obama zu Ölkatastrophe:"Ein beispielloses Desaster"

Während der BP-Konzern fieberhaft versucht, das Bohrloch im Golf von Mexiko zu schließen, zieht Präsident Obama Konsequenzen - und verbietet für mindestens sechs Monate Ölbohrungen vor den Küsten.

Präsident Barack Obama hat einen vorläufigen Stopp aller neuen Tiefsee-Bohrungen vor Amerikas Küsten verfügt. Zudem wird die US-Regierung die Versteigerung von Lizenzen zur Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen in Alaska, im Golf von Mexiko und im Atlantik aussetzen.

Gulf Coast Struggles With Oil Spill And Its Economic Costs

Die Ölkatastrophe könnt weit dramatischer ausfallen, als bisher gedacht: Neuesten Schätzungen zufolge könnten seit der Explosion auf der Bohrinsel am 20. April täglich 1,9 bis 3,8 Millionen Liter Rohöl ins Meer geströmt sein. Das wäre mehr als das Vierfache der bisher unterstellten Menge.

(Foto: afp)

Derweil versuchte der BP-Konzern fieberhaft, in 1500 Meter Tiefe jenes Bohrloch zu schließen, aus dem seit dem 20. April tonnenweise Öl ausströmt. Mindestens 160 Kilometer Küste sind inzwischen verseucht.

Gemäß neuer Untersuchungen des angesehenen Geologischen Diensts der USA droht die Umweltkatastrophe weitaus größer auszufallen als bisher befürchtet. Zwei unabhängige Forschergruppen schätzen nun, dass seit der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April täglich 1,9 bis 3,8 Millionen Liter Rohöl ins Meer geströmt seien. Das wäre mehr als das Vierfache der bisher unterstellten Menge. Mit einer Gesamtmenge von bis zu 148 Millionen Litern wäre das Unglück damit weitaus größer als bei der Havarie der "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska, bei der 42 Millionen austraten. Es sei ein "beispielloses Desaster", das ihn ständig umtreibe, sagte Obama am Donnerstagabend. "Damit wache ich auf und damit gehe ich zu Bett."