Obama stellt eigenes Bier her Barack, der Braumeister

Auf ein Bierchen mit dem Präsidenten: Barack Obama braut im Weißen Haus sein eigenes Hausbier. Nun wollen amerikanische Bierliebhaber das "White House Honey Ale" nachbrauen - und verlangen in einer Petition die Herausgabe des Rezepts.

Von Matthias Kohlmaier

Bierliebhaber aus dem Weißen Haus: US-Präsident Barack Obama stellt das White House Honey Ale her.

(Foto: REUTERS)

Nach dem traditionellen bayerischen Reinheitsgebot sind beim Bierbrauen nur wenige Zutaten erlaubt: Wasser, Malz, Hefe, Gerste und Hopfen. Ginge es nach US-Präsident Barack Obama, müsste man wohl noch Honig in die Zutatenliste mit aufnehmen. Denn seit 2011 braut der passionierte Biertrinker Obama im Weißen Haus sein eigenes Hausbier: das White House Honey Ale.

Bei einer dreitägigen Wahlkampftour durch Iowa Mitte August hatte Obama ein paar Flaschen seines selbstgebrauten Bieres an Anhänger verschenkt - und damit offensichtlich deren Neugier geweckt. In einer Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses verlangt nun eine Gruppe, die sich selbst Homebrewers across America nennt: "Wir fordern die Obama-Regierung dazu auf, das Rezept für das im Weißen Haus gebraute Bier zu veröffentlichen, so dass jeder es genießen kann."

Damit sich die US-Regierung tatsächlich mit der Anfrage beschäftigt, müssen binnen eines Monats ab Einreichung der Petition 25.000 Unterschriften zusammenkommen. Immerhin fast 4300 Amerikaner haben den Antrag bis dato unterstützt, bis zum 17. September bleibt noch Zeit, die fehlenden Unterschriften zusammenzubringen.

Bei dieser einen Anfrage blieb es aber nicht, ein Bierliebhaber hat nämlich im Rahmen eines sogenannten Freedom of Information Act Request (FOIA) ebenfalls in Washington um Herausgabe des Rezepts ersucht. Zubereitung und Ingredienzien versucht er durch ein wenig Humor zu erfahren und schreibt: "Wenn Sie mir das Rezept mit einem Autogramm des Präsidenten schicken, wären Sie der coolste FIOA-Bearbeiter der gesamten Regierung. Und wer will schon auf diesen Titel verzichten?"

Honig aus dem eigenen Garten

Dass Obama im Weißen Haus sein eigenes Bier herstellt, ist bereits seit dem vergangenen Jahr bekannt. Wobei stark zu bezweifeln ist, dass der Präsident selbst den Gärungsprozess überwacht. Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, wollte auf eine Presseanfrage nicht sagen, ob Obama persönlich braut: "Wenn mir jemand ein Bier gibt, dann frage ich nicht, wie es gemacht wurde. Ich trinke es einfach."

Klar ist derzeit nur: Die zum Brauen notwendige Anlage hat Obama 2011 aus eigener Tasche bezahlt. Laut amerikanischen Medienberichten gibt es das "Obama-Bräu" in einer hellen, leichten sowie einer dunklen, kräftigen Variante. Dazu Pressesprecher Carney: "Ich habe bisher nur die leichte Variante probiert, und die ist sehr erfrischend." Der Honig für das White House Honey Ale stammt übrigens aus dem Garten des Weißen Hauses, wo Michelle Obama Bienen züchtet.

Obamas Bier-Passion dürfte ihm im laufenden Wahlkampf vermutlich nicht schaden. Der Kumpel-Präsident, mit dem man mal ein Bierchen trinken gehen könnte, bietet den Wählern schließlich eine Menge Identifikationspotenzial. Aus rechtlicher Sicht droht dem amtierenden Präsidenten jedenfalls kein Ungemach: Im eigenen Heim Bier zu brauen, ist in Washington D.C. absolut legal.

Amerikas mächtigste Wählergruppen

Die politische DNA der USA