Historische Reise:Obama besucht als erster US-Präsident Hiroshima

Lesezeit: 1 min

U.S. President Barack Obama and Japanese Prime Minister Shinzo Abe arrive for a joint news conference in the Rose Garden of the White House in Washington

US-Präsident Barack Obama und der japanische Premierminister Shinzo Abe im April vergangenen Jahres vor dem Weißen Haus

(Foto: REUTERS)

Die Reise ist von großem symbolischen Wert: Im August 1945 hatten US-Streitkräfte Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und damit Japan zur Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gezwungen.

Als erster US-Präsident wird Barack Obama noch im Mai die japanische Stadt Hiroshima besuchen. Das teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Die US-Streitkräfte hatten im August 1945 Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und damit Japan zur Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gezwungen.

Der Präsident wolle "gemeinsam mit Premierminister Abe einen historischen Besuch in Hiroshima abhalten, um sein fortgesetztes Engagement für Frieden und Sicherheit in einer Welt ohne atomare Waffen unterstreichen", erklärte Obamas Sprecher am Dienstag.

Der Besuch Obamas in Hiroshima ist Teil seiner Reise nach Japan und Vietnam vom 21. bis 28. Mai. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei hatte bereits Ende April berichtet, Obama werde nach dem G-7-Gipfel in Japan Hiroshima besuchen. Dieser findet am 26. und 27. Mai in der Region Ise-Shima zwischen Tokio und Osaka statt.

Anfang April hatte bereits John Kerry als erster Außenminister der USA das Mahnmal zum Atombombenabwurf in Hiroshima besucht.

Viele Historiker halten den Einsatz der Bomben für nicht kriegsentscheidend

Durch den Abwurf der US-Atombombe über Hiroshima waren damals rund 140 000 Menschen sofort oder in den darauf folgenden Monaten gestorben. Drei Tage nach dem Angriff auf Hiroshima hatten die USA eine zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen, die weitere rund 70 000 Zivilisten tötete. Bis heute leiden Tausende Menschen unter den Spätfolgen der nuklearen Verseuchung.

Die Atombombenabwürfe sind bis heute umstritten. Die meisten US-Bürger finden sie nach wie vor gerechtfertigt. Viele Historiker halten den Einsatz hingegen für nicht kriegsentscheidend, obwohl Japans Kapitulation am 15. August folgte.

Japan hatte im Zweiten Weltkrieg zusammen mit Hitler-Deutschland gegen die Sowjetunion und deren westliche Alliierte gekämpft. Nach dem Krieg wurde das Land zu einem wichtigen Partner der USA, die sich nie offiziell für die Atombombenangriffe entschuldigten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema