Rechtsterrorismus:Die Beute aus Raubüberfällen muss zurückerstattet werden

Das Gericht ist offensichtlich gewillt, sie als gleichberechtigtes Mitglied der Terrortruppe NSU zu sehen. Auch das hat es in einem rechtlichen Hinweis deutlich gemacht: Denn es sieht sie als Miteigentümerin der Waffen des NSU, der elektronischen Ausstattung und der Datenträger, auf denen das Bekennervideo gespeichert war. All diese Dinge würden, so ein Hinweis des Gerichts, dann eingezogen. Es muss alles seine Ordnung haben.

Der Prozess, der sich seit viereinhalb Jahren mit zehn Morden, 15 Raubüberfällen und drei Sprengstoffanschlägen befasst, behält auch die kleinen Dinge im Blick: So gibt Götzl den Hinweis, dass die Angeklagten Andre E. und Holger G., bei denen das NSU-Trio vor Jahren mehrere Tausend Euro aus Raubüberfällen für den Notfall deponiert hatte, das Geld nicht einfach behalten dürfen - ein Gericht wird darüber entscheiden, wie sie den Wert an die Geschädigten zurückerstatten müssen. Und beim Angeklagten Holger G. macht das Gericht deutlich, dass es ihm im Fall einer Verurteilung die bürgerlichen Ehrenrechte aberkennen könnte.

Das Gericht hat schon jedes Detail bedacht - doch es kann nicht zum Ende gelangen. Über diesen Verhandlungstag hat sich Götzl gerettet, doch am Ende der Verhandlung setzt er den Prozess bis zum 24. Oktober aus - das sind fast drei Wochen. Bis dahin soll über die Befangenheitsanträge entschieden sein. Damit kommt Götzl schon wieder haarscharf an die Frist heran, über die hinaus er nicht unterbrechen darf. Dabei warten die Nebenkläger darauf, dass sie endlich mit ihren Plädoyers beginnen dürfen.

© SZ vom 05.10.2017/pes
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