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NSU-Prozess in München:Bundesanwaltschaft überprüfte 500 Personen

Am Morgen hatte die Bundesanwaltschaft im Gericht überraschend erklärt, im Zusammenhang mit den Verbrechen des NSU insgesamt etwa 500 Menschen überprüft zu haben, die dem Umfeld der Terrorzelle zugehören könnten. Es gebe "etwa 500 Personen", die im Laufe der Ermittlungen "abgeklärt" worden seien, sagte Oberstaatsanwältin Anette Greger.

Die Bundesanwaltschaft hatte den Prozessbeteiligten zunächst eine Liste von 129 Personen aus dem Umfeld vorgelegt. Erst auf Nachfrage erklärten die Vertreter der Anklagebehörde am Dienstag, dass es inzwischen eine aktualisierte Liste gebe. Es sei aber nur die ältere 129er-Liste vorgelegt worden, weil der Senat lediglich diese angefordert habe, sagte Greger.

Es handele sich um sogenannte Spurenakten, die für das Verfahren keine Bedeutung hätten, erklärte Bundesanwalt Herbert Diemer. Die Akten könnten jedoch bei der Bundesanwaltschaft eingesehen werden. "Wir haben nichts zu verheimlichen." Nebenklagevertreter reagierten überrascht und verärgert. Er verstehe nicht, "warum wir zuletzt eine Liste mit 129 Personen bekommen, wenn es eine aktuelle mit 500 gibt", sagte etwa Nebenklage-Anwalt Sebastian Scharmer.

(Mit Material von der dpa)