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NSU-Prozess:Zschäpes drei ursprüngliche Verteidiger wollen entlassen werden

NSU-Prozess

Die Anwälte Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer (von links) im Juli vor dem OLG München.

(Foto: dpa)
  • Die Anwälte Heer, Stahl und Sturm wollen nicht mehr Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe im NSU-Prozess sein.
  • Grund ist die Ankündigung Zschäpes über ihren vierten Anwalt Grasel, ihr Schweigen brechen zu wollen.
  • Das Verhältnis zwischen Zschäpe und ihren Pflichtverteidigern gilt seit Monaten als zerrüttet.

Richter Götzl erteilt Heer nicht das Wort

Die drei ursprünglichen Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe im Münchner NSU-Prozess wollen von ihren Mandaten entbunden werden. Anwalt Wolfgang Heer kündigte vor dem Oberlandesgericht einen entsprechenden Antrag an. Er erhielt zunächst nicht das Wort.

Grund für den Antrag ist die Ankündigung, derzufolge die Angeklagte an diesem Mittwoch erstmals aussagen will. "Frau Zschäpe ist jetzt im Moment nicht ordnungsgemäß verteidigt", sagte Heer. Die Bestellung der Verteidiger müsse aufgehoben werden - diesen Antrag wolle er "jetzt anbringen". Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl blieb zunächst dabei, dass er zuvor einige Bekanntgaben machen wolle. Die Folge waren ein heftiger Wortwechsel und eine kurzzeitige Unterbrechung der Verhandlung.

Zschäpe will ihr Schweigen brechen

Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hatten am Montag aus Medienberichten erfahren, dass Zschäpes vierter Anwalt Mathias Grasel am Mittwoch eine Erklärung Zschäpes verlesen will. Damit würde Zschäpe ihr mehr als zweieinhalbjähriges Schweigen brechen.

Das Verhältnis zwischen Zschäpe und den drei Anwälten gilt seit Monaten als zerrüttet. Zschäpe versuchte mehrfach vergeblich, die drei loszuwerden. Aber auch Heer, Stahl und Sturm scheiterten im Juli schon einmal mit einem Antrag, von ihren Pflichtmandaten entbunden zu werden.

Zschäpe ist in München als Mittäterin an allen Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) angeklagt. Dem NSU werden unter anderem neun Morde an Migranten und der Mord an einer Polizistin vorgeworfen. Zschäpe steht seit Mai 2013 vor Gericht. Ihre Aussage könnte für den Prozess eine dramatische Wende bedeuten.

© SZ.de/dpa/fued/olkl
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