„Der war im Grunde genommen kein Nazi, aber natürlich ist er in die Partei eingetreten.“ Dieser Satz einer Zeitzeugin über ihren Bruder in der kleinen soziologischen Studie mit dem einprägsamen Namen „Opa war kein Nazi“ von Harald Welzer zeigt ziemlich präzise, wie Jahrzehnte nach dem Ende des NS-Regimes viele Deutsche auf ihre Familiengeschichte blicken. In einer Umfrage für die Zeit im März 2025 sagten drei Prozent der Befragten, nach ihrem Wissen sei ein Großteil ihrer Familie Befürworter des Nationalsozialismus gewesen, 21 Prozent hielten ihre Vorfahren für Mitläufer und 26 Prozent gar für Gegner des Nationalsozialismus. Elf Prozent waren der Meinung, ihre Familie sei an NS-Verbrechen beteiligt gewesen, 58 Prozent sagten, ihre Familie habe sich nichts zuschulden kommen lassen.
NSDAP-MitgliederkarteiWelche Motive gab es für den Beitritt zur NSDAP?
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Mitglieder des Bundes Deutscher Mädel (BDM) proben eine Vorführung zum Fest der Deutschen Schule im SCC-Stadion in Berlin.
Collage: Felix HungerWer in die Hitler-Partei eintrat, tat das mit Grund – und verharmloste ihn später oft. Dennoch gibt die Forschung Aufschluss. Triebfedern gab es viele: von Antikommunismus und Führerkult bis Jobsuche, Gier und Geltungssucht.
Von Robert Probst
