Wer regierte eigentlich im NS-Staat? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Doch wer sich mit den Mechanismen der Macht in den zwölf Jahren der verbrecherischen Nazi-Diktatur auseinandersetzen will, dem steht nun eine neue Recherchemöglichkeit zur Verfügung. Denn seit Kurzem sind die „Akten der Reichskanzlei, Regierung Hitler“ wie auch schon die entsprechenden Akten der Weimarer Republik nicht nur gedruckt, sondern auch online recherchierbar. Ein Gespräch mit den Herausgebern der Aktenedition, dem Historiker Hans Günter Hockerts von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Michael Hollmann, dem Leiter des Bundesarchivs, über die bürokratische Dimension der „Führerherrschaft“, die Bedeutung von KI-Modellen für künftiges historisches Wissen und die Lust am Aktenstaub.
Hitlers Reichskanzlei„Bürokratie kann das ,Böse‘ ermöglichen“
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Wieso arbeitete der NS-Staat auf allen staatlichen Ebenen so effizient? Nun lassen sich die Akten aus Hitlers Reichskanzlei auch online recherchieren. Sie zeigen, wie sehr der Verwaltungsapparat die Diktatur stützte. Ein Gespräch mit den Herausgebern.
Interview von Robert Probst
