NS-Prozess Das Zeugenhaus

"Vielleicht kann Gott vergeben. Ich kann es nicht": Éva Fahidi (o.), Bill Glied (r.u.), Max Eisen (u.), Hedy Bohm (l.u.), Esther Altmann mit Kindern.

(Foto: reuters, dpa (2), AP (2))

Es ist ein Wunder, dass sie leben - es ist ein Wunder, dass man sie treffen kann: In einem Hotel in Lüneburg wohnen die Nebenkläger im Prozess gegen den SS-Mann Oskar Gröning. Ein Besuch.

Von Karin Steinberger

Da sitzen sie, die Sonne zaubert Streifen auf ihre alten Gesichter. Max Eisen schaut aus dem Fenster, sieht aus wie Disneyworld da draußen, rundbogige Backsteingiebel, schwarz gebranntes Fachwerk, der Hafenkran, die Mühle, tausendjährige deutsche Geschichte: "Hättet ihr gedacht, dass ihr einmal einem SS-Mann eine Frage stellen dürft?"

Er lacht. Eine Frage an einen SS-Mann? Wer wäre so lebensmüde.

Hedy Bohm schaut auf die Ilmenau, die sehr gemütlich vor dem Fenster fließt, in das gleißende Licht von Lüneburg, in kopfsteingepflasterte, deutsche ...