NS-MordeAlte Männer, späte Urteile

Mörder kommen auch nach Jahrzehnten noch vor Gericht. So will es das Strafgesetzbuch - denn nur so können nationalsozialistische Täter weiterhin verurteilt werden. Der Fall Demjanjuk löst jetzt eine Debatte darüber aus, wie lange die deutsche Justiz noch mutmaßliche NS-Täter verfolgen soll.

John Demjanjuk

Dem mutmaßlichen KZ-Wächter John Demjanjuk, 90, wird Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen vorgeworfen. Der gebürtige Ukrainer John Demjanjuk soll als "fremdvölkischer Hilfswilliger" der SS im Vernichtungslager Sobibor gearbeitet haben. Er steht derzeit in München vor Gericht. Ende der achtziger Jahre war Demjanjuk schon einmal verurteilt worden - in Israel zur Todesstrafe. Es stellte sich jedoch heraus, dass Demjanjuk mit einem anderen NS-Verbrecher verwechselt worden war. Nach seiner Begnadigung lebte Demjanjuk in den USA in Freiheit.

(Foto: AP)

15. April 2009, 19:522009-04-15 19:52:00 ©