Die Krise des Euro

Es sind Summen, die jede Vorstellungskraft übersteigen: 750 Milliarden Euro wollen die EU-Staaten bereitstellen, um die Gemeinschaftswährung zu retten. Es gelte, das "Wolfsrudel der Spekulanten" zu stoppen, die schwächere Länder zerreißen würden - so drückte sich der schwedische Finanzminister aus. Merkel bleibt gewohnt sachlich: Das Hilfspaket sei alternativlos, erklärte sie am Montagmorgen. "Wir schützen das Geld der Menschen in Deutschland", betont sie. Das Paket sei notwendig, um die "Zukunft des Euro zu sichern". Dass die Bundesrepublik im Ernstfall für 123 Milliarden Euro bürgen muss, muss die Regierungschefin nun immer wieder erklären - womöglich gegen die Meinungsmacht der großen Boulevardmedien.

Zugleich bedeutet die Brüsseler Entscheidung, dass ein neues Gesetz erarbeitet werden muss - Merkel hat dazu die Fraktionschefs am Nachmittag zu einem Gespräch eingeladen. Beim Griechenland-Paket war es ihr nicht gelungen, einen parteiübergreifenden Konsens zu erreichen und SPD-Chef Sigmar Gabriel wirkt nach dem Wahlergebnis seiner Partei in NRW erstaunlich selbstbewusst. Dabei haben die Genossen wieder verloren. Zudem könnten Stimmen laut werden, dass Merkel das Parlament entmachte - beziehungsweise, dass es nur noch zum Abnicken benötigt wird.

Foto: Reuters

10. Mai 2010, 16:002010-05-10 16:00:00 ©