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Nordrhein-Westfalen:Warnstreiks fortgesetzt - Kitas und Nahverkehr betroffen

Bus und Strassenbahn Depot der Ruhrbahn in Essen, alle Bahnen sind im Depot geblieben, Verdi Warnstreik im Öffentlichen

In Essen sind heute alle Bahnen im Depot geblieben.

(Foto: Jochen Tack via www.imago-images.de/imago images/Jochen Tack)

Die Tarifverhandlungen werden noch diese Woche fortgesetzt. Insbesondere die Situation der Pflegekräfte wird von Verdi angepragert.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks am Dienstag in ganz Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Betroffen sind unter anderem Stadtverwaltungen, Krankenhäuser und Kitas sowie der Nahverkehr. Die Warnstreiks seien wie geplant überall im Land angelaufen, sagte eine Verdi-Sprecherin am Morgen.

Wie viele Menschen in den Ausstand getreten sind, war aber zunächst unklar. Einer der Schwerpunkte der Warnstreiks ist den Angaben nach der öffentliche Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Dieser soll den ganzen Tag über flächendeckend bestreikt werden. In einer Presseerklärung wurde jedoch auch die Situation der Pflegekräfte hervorgehoben: Das Angebot der Arbeitgeber bleibe "meilenweit" hinter dem zurück, was Politik und Öffentlichkeit noch zu Beginn der Pandemie gefordert hätten.

Mit dem Aktionstag will die Gewerkschaft ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen. In Dortmund, Essen und Köln sollen überregionale Streikversammlungen stattfinden. Die Tarifverhandlungen werden am kommenden Mittwoch und Donnerstag fortgesetzt.

Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen bei einer einjährigen Laufzeit 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber hatten zuletzt schrittweise Lohnerhöhungen von insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren angeboten.

Bislang haben sich laut Verdi in Nordrhein-Westfalen mehr als 50 000 Menschen an den Warnstreiks beteiligt. Im Land sind demnach mehr als 550 000 Tarifbeschäftigte von den Verhandlungen betroffen.

© SZ/dpa/mpu
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