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Trauermärsche in Norwegen:Rosen gegen den Terror

In Oslo gehen mehr als 200.000 Menschen auf die Straße, viele halten Rosen in den Händen: In mehreren Städten zeigen die Norweger ihre Solidarität mit den Opfern des Doppelanschlags vom Freitag - und ihren Durchhaltewillen.

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Norway attacks - Rose Walk

Quelle: dpa

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In Oslo gehen mehr als 200.000 Menschen auf die Straßen - mit Rosen in den Händen: In vielen Städten zeigen die Norweger ihre Solidarität mit den Opfern des Doppelanschlags vom Freitag und ihren Durchhaltewillen.

Drei Tage, nachdem der rechtsradikale Anders Behring Breivik in Norwegen 76 Kinder, Jugendliche und andere getötet hat, antworteten die Menschen in so gut wie allen norwegischen Städten mit "Blumenzügen". In der Hauptstadt Oslo gingen mehr als 200.000 Menschen auf die Straße. Viele von ihnen hielten Rosen in den Händen: Dem Hass des Massenmörders setzen sie das Symbol für die Liebe entgegen.

A woman holds a flower during a memorial march in Oslo

Quelle: REUTERS

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Gebannt lauscht diese Norwegerin Ministerpräsident Jens Stoltenberg, der in seiner Rede vor den Trauernden einen ungewohnten Ton anschlug: "Wir werden uns unsere Geborgenheit zurückerobern", rief er aus. Er sei jetzt völlig sicher, dass Norwegen diese Prüfung bestehen werde, sagte er, als er die riesige Menschenmenge sah, die sich nach einem Facebook-Aufruf vor dem Osloer Rathaus versammelt hatte. Vor allem der 52-jährige sozialdemokratische Regierungschef hat seit den schrecklichen Nachrichten von den zwei Anschlägen am Freitag einen sanften, solidarischen Ton angeschlagen und keine Law-and-Order-Rhetorik.

Norway attacks - Mette-Marit and Märtha Louise

Quelle: dpa

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Kronprinz Haakon legte die sonst übliche royale Zurückhaltung komplett ab: "Nach dem 22. Juli gibt es keine Ausrede mehr für den Kampf um eine freie und offene Gesellschaft." Aber als Antwort auf Gewalt kam vom Prinzen gleich zweimal der Satz, der sonst bei offiziellen royalen Reden selten zu hören sein dürfte: "Heute sind unsere Straßen mit Liebe gefüllt." Haakons Ehefrau Prinzessin Mette-Marit (rechts, neben Prinzessin Märtha Louise) konnte die Tränen nicht zurückhalten. Der Prinz gab seinen Zuhörern mit auf den Weg, dass man die schrecklichen Morde nicht ungeschehen machen könne - "aber wir können wählen, was sie mit uns machen".

Norway attacks - Rose Walk

Quelle: dpa

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Es ist eine einmalige Demonstration der Solidarität mit den Opfern: Mehrere zehntausend Menschen nahmen an dem Rosenmarsch teil. Medien berichteten, die Demonstration habe eine in der Geschichte des Landes "beispiellose" Größe gehabt. Die Polizei machte keine genauen Angaben, sprach aber ebenfalls von einer "riesigen" Teilnehmerzahl.

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Quelle: AP

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Mehrere Straßen im Stadtzentrum von Oslo waren wegen des Rosenzuges am Abend für den Autoverkehr gesperrt. Am Mittag hatten die Menschen in Norwegen und anderen Ländern bereits mit einer Schweigeminute der Opfer des Doppelanschlags gedacht.

People mourn around a sea of flowers placed in memory of those killed in Friday's bomb and shooting attack in front of Oslo Cathedral

Quelle: REUTERS

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Norweger trauern vor einem Meer von Rosen vor der Kathedrale von Oslo. Während das Land versucht, das Verbrechen zu verarbeiten, wurde der Attentäter Anders Behring Breivik am Montag erstmals dem Richter vorgeführt. Er hat die Taten gestanden.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/jab

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